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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Carolina Eyck: "Mit den Händen singen"

Carolina Eyck

Vor 100 Jahren fand die erste Vorführung der Theremin statt. Relativ unbekannt machte es Karriere: bei den Beach Boys, dem Elektronik-Musiker Jean-Michel Jarre oder einem Hitchcock-Film. In Deutschland gibt es genau eine Musikerin, die das Instrument weltklasse beherrscht: Carolina Eyck.

Keine Tasten, Saiten oder Knöpfe: Wie von Zauberhand erklingen sphärische Töne, wenn Carolina Eyck ihre Hände durch die Luft bewegt.

Carolina Eyck spielt das Theremin

Vor der Musikerin steht auf einem Metallständer ein flacher, rechteckiger Kasten aus Holz, rund 40 Zentimeter lang. Rechts ragt eine Antenne gerade in die Luft, eine gebogene Antenne an der linken Seite. Beide Antennen senden jeweils zwei seperate elektromagnetische Felder aus. Beide Felder werden seperat mit jeweils einer Hand und einem Arm bedient. "Man kann sich vorstellen, dass da eine unsichtbare Saite ist von der geraden Antenne zum Körper und die andere Antenne ist wie der Bogen bei einer Geige", erklärt Eyck.

Spielen per Handzeichen

Und diesen Bogen bedient Carolina Eyck mit ihrer linken Hand. Damit kann sie beeinflussen wie laut, aber auch wie kurz oder lang ein Ton wird. Mit der linken Hand könne man die Artikulation spielen, den Ton formen. "Kurze Töne spiele ich, indem ich mein linkes Handgelenk nach oben bewege – ganz schnell und dann wieder fallen lasse", erklärt sie.

Die Tonhöhe wiederum steuert die Musikerin mit der rechten Hand. Von außen betrachtet sieht das wie eine geheime Zeichensprache aus. Mal bilden Daumen und Zeigefinger einen Kreis, dann werden sie wiederum langsam gestreckt. Insgesamt gibt es acht von diesen Zeichen.

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Carolina Eyck erklärt die Tonleiter auf dem Theremin
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Berührungslos spielen

Körperbeherrschung und ein gutes Gehör sind gefragt, wenn man dieses elektronische Instrument spielen will. Ein Instrument, dass es übrigens noch nicht lange gibt. Knapp 100 Jahre ist es alt. Konstruiert hat es 1919 der russische Physiker und Cellist Leon Theremin.

"Man sagt, er wollte immer mal ein Instrument bauen, dass jeder spielen kann. So leicht ist es nicht. Aber es macht sofort einen Ton und das Theremin ist das einzige Instrument, was man berührungslos spielt. Es hat also eine gewisse Leichtigkeit", sagt Eyck.

Von der Großnichte des Erfinders gelernt

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Zum Artikel Die Thereministin Carolina Eyck spricht über ihre sorbischen Wurzeln und ihren Weg als Musikerin.

Carolina Eyck
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Diese Leichtigkeit beherrscht – wie kaum eine andere – Carolina Eyck. Dafür hat sie einen Echo Klassik bekommen. Für sich entdeckt hat sie das Theremin mit acht Jahren und von Lidia Kawina, der Großnichte des Erfinders, aus erster Hand gelernt.

Über die Jahre hat die in Leipzig lebende Musikerin das Thereminspielen immer weiter perfektioniert und ihre eigene Technik entwickelt. Man sei sich selbst mit dem Instrument am nächsten, wie ein Sänger, sagt Eyck. "Hier können wir sozusagen mit den Händen singen."

Carolina Eyck beim Music Discovery Project 2020

Gemeinsam mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Rapper Samy Deluxe trat Carolina Eyck beim "Music Discovery Project 2020" in der Jahrhunderthalle Frankfurt auf.

Videobeitrag

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zum hr-sinfonieorchester.de Video Carolina Eyck beim Music Discovery Project 2020

MDP-2020
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Sendung: hr2-kultur, Klassikzeit, 27.2.20, 11:25 Uhr

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