Viel zu lange schon sitzen sie daheim, gehen nur noch selten in Kita oder Schule und können kaum noch Gleichaltrige treffen. Sie kämpfen mit den Tücken des Homeschoolings und haben gestresste Eltern an ihrer Seite, die selbst nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht.

Sie fühlen sich verloren im Distanzunterricht und bekommen ihren oft ungeordneten Tagesablauf nicht mehr geregelt. Sie sollen nicht vermittelten Unterrichtsstoff möglichst im Schnellverfahren nachholen und brauchen doch eigentlich mehr Luft zum Atmen. Sie leben in prekären oder gar lebensbedrohlichen Verhältnissen, denen sie sich nicht einmal mehr vorübergehend entziehen können. Denn Kitas, Schulen oder andere Einrichtungen stehen in diesen Zeiten nicht mehr so wie früher als Schutzraum offen oder als Tür zu einem anderen Leben.

So fällt noch später auf als sonst, wie schlecht es Kindern geht, in dieser Pandemie. Viele von ihnen sind darüber längst depressiv geworden und tragen sich mit Suizidgedanken. So viele, dass in Psychiatrien entschieden werden muss, welchen von ihnen dringender geholfen werden muss als anderen. Was in letzter Konsequenz auch darüber entscheidet, für welches Kind jede Hilfe zu spät kommen wird.

Nicht jedes Kind muss alle diese Belastungen schultern. Aber kein Kind geht unbeschwert durch diese Zeit. Und das geht uns alle an. Denn Kinder zahlen seit mehr als einem Jahr einen besonders hohen Preis, und für ihr Wohl haften in dieser Krise nicht nur die Eltern.

Sendung: hr2-kultur, "Der Tag", 20.05.2021, 18:05 - 19:00 Uhr.

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