Mit welcher Fracht war es unterwegs, das türkische Schiff "Rosaline A"? Hatte es Waffen für den Bürgerkrieg in Libyen geladen? Der Verdacht bestand offenbar. Und so hat eine deutsche Fregatte das Schiff gestoppt - im Rahmen der EU-Mission "Irini".

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Zum Artikel "Dürfen wir mal Ihr Schiff sehen?" - Razzia im Mittelmeer

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Der Name bedeutet "Frieden", und Ziel der Mission ist es, ein bestehendes Waffenembargo gegen die libyschen Bürgerkriegsparteien durchsetzen. Zur Razzia auf der Rosaline A. kam es aber nicht. Denn die türkische Regierung legte nachträglich ein Veto ein, und so ist der Verdacht gegen sie nun weder bestätigt noch ausgeräumt.Bei einer ähnlichen Razzia wurde Kerosin für Kampfflugzeuge an Bord entdeckt.

Also: Mit welcher Fracht ist die Türkei unterwegs im östlichen Mittelmeer? Und: Welchen Kurs steuert sie? Ihr Präsident kreuzt seit einiger Zeit in vielen Gewässern und an vielen Küsten entlang, militärisch und außenpolitisch: In Libyen auf Seiten der Regierung von Präsident Sarraj und gegen General Haftar; im östlichen Mittelmeer gegen den Erzfeind Griechenland. Hier geht es um wertvolle Gasvorkommen, dort um einen Machtkampf mit anderen Regionalmächten wie Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In welche Lage manövriert Erdogan damit die beiden wichtigsten westlichen Bündnisse? Wie können und sollen sie reagieren, die EU auf ihren schwierigen Nachbarn und die NATO auf ihren schwierigen Mitbewohner?

Wird es ihnen gelingen, nicht nur türkische Schiffe, sondern auch politische Fantasie aufzubringen?

Sendung: hr2-kultur, "Der Tag", 27.11.2020, 18:05 - 19:00 Uhr.

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