Wie an so vieles haben wir uns auch daran gewöhnt: Irgendwo auf der Welt versteigert ein Auktionshaus scheinbar alltägliche Gegenstände für astronomische Summen. Die Mischung aus Superlativen, Seltenheiten und Hollywood-Anekdoten kennen wir auch. Aber einige - ganz besondere - Stücke durchdringen dann doch den Nebel unserer Abgeklärtheit.

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Zum Artikel Eine Nummer zu groß - Der Hype um den Turnschuh

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Bei Sotheby’s nämlich wird zurzeit ein Turnschuh versteigert. Der ZX8000 ist ein Modell, das Adidas in Zusammenarbeit mit der Porzellanmanufaktur Meißen produziert hat. Ja: Ein Turnschuh, der mit Porzellan überzogen ist - und der sich auch noch aus einem anderen Grund überhaupt nicht zum Turnen eignet. Er wiegt nämlich fast ein Kilo.

Dieser ZX8000 soll nun für eine Million Dollar weggehen. Und nicht nur deshalb beschleicht uns das Gefühl, dass dieser einfache Turnschuh viel mehr ist als ein Sportutensil. Hinter ihm steckt nämlich längst ein Milliardengeschäft. Vor wenigen Jahrzehnten noch Jugendsymbol, wurde der Turnschuh schnell zum politischen und kulturellen Statement.

Menschen geben Unsummen für bunte Treter aus, um diese dann bloß nicht zu tragen. Denn das würde ja den Wiederverkaufswert mindern.
Was also hat es auf sich mit dem Turnschuh? Und darf man ihn überhaupt so nennen oder versteht nur, wer ihn "Sneaker" nennt, die geballte Ladung von Leidenschaft, Kult und Kapitalismus?

Sendung: hr2-kultur, Der Tag, 09.12.2020, 18:05 - 19:00 Uhr.

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