Es war bundesweit einzigartig, was in den hessischen Schulen nach langem Ringen 2014 zum Alltag wurde: ein Islam-Unterricht, gleichgestellt dem katholischen und evangelischen Religionsunterricht. Durchgeführt wurde er vor allem in Zusammenarbeit mit dem größten Moscheeverein Deutschlands, der Ditib. Damit ist jetzt Schluss.

Seit dem Putsch in der Türkei 2016 wuchsen die Sorgen, dass die enge Verbindung der Ditib zur türkischen Religionsbehörde Diyanet bis ins Klassenzimmer zu spüren sei. Ab nächstem Schuljahr soll nun Islamkunde für die muslimischen Schüler und Schülerinnen angeboten werden. Die christlich getauften Kinder sitzen weiterhin in einem "bekenntnisorientierten" Unterricht.

Der alte Streit ist zurück. Ist das gerecht? Und verfassungsgemäß? Während Befürworter des Religionsunterrichts darüber diskutieren, fragen Kritiker grundsätzlicher: Wofür brauchen wir Religionsunterricht in einem säkularen Staat? Ist das Verhältnis zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften noch zeitgemäß oder sollte es neu geregelt werden?

(Wdh. vom 20.05.2020)

Sendung: hr2-kultur, Der Tag, 07.08.2020, 18:05 - 19:00 Uhr.

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