Wir brauchen Berührung – von Geburt an. Berührung macht gesund, Berührung schafft Bindung und Verbindung. Auch wenn wir dank Digitalisierung und Telefonie nicht wirklich sozial distanziert leben müssen in Corona-Zeiten.

An der physischen Distanz führt kein Weg vorbei, wollen wir die Verbreitung des Virus eindämmen. Das heißt auch: Hände weg von einer in unserer Kultur unerlässlichen Geste - dem Handschlag. Er zeugt von Respekt, er zeigt Nähe, er besiegelt politische Bündnisse. Wird er verweigert, eine ausgestreckte Hand nicht wärmend in die eigene geschlossen, ist das eine Kampfansage.

Was machen wir nun ohne dieses Hände-Alphabet des Miteinanders? Statt für Respekt und Zuwendung steht der Händedruck nun für Ansteckungsgefahr. Geht emotionale Nähe auch ohne ihn? Können neue Formen der Verständigung mit Ellenbogen, Füßen, Blicken ihn ersetzen?
Und droht er gar für immer aus unserer Kultur zu verschwinden?

(Wdh. vom 24.04.2020)

Sendung: hr2-kultur, Der Tag, 05.08.2020, 18:05 - 19:00 Uhr.

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