Auch in diesem Jahr ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt wieder gestiegen, vier Fünftel der Taten gehen von Männern aus. Die Corona-Pandemie soll die Situation zuhause zusätzlich verschärft haben, als häufigster Grund von Gewalt gegen Frauen gelten patriarchale Strukturen in der Familie.

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Und die sind nicht, wie manche behaupten, nur in Familien mit Migrationshintergrund zu finden. Um das an dieser Stelle gleich festzuhalten: Patriarchen sind auch deutsche Männer, denn sie verüben in diesem Land mehr Gewalttaten an Frauen als Männer mit Migrationshintergrund.

Aber wie stellt sich die Gesellschaft eine Frau vor, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden ist? Als Mäuschen, als schwache Person, die nicht den Mut hat, sich zu trennen; nicht das Rückgrat, gegen den prügelnden Mann aufzubegehren?

Das ist der Fehler, den wir als Gesellschaft machen: Wir stigmatisieren die Opfer und nehmen ihnen so einen freien Raum, in dem sie ihre Stimme erheben können. Jede Frau, egal wie klug, selbstbewusst oder erfolgreich kann Opfer häuslicher Gewalt werden.
Wie kommen wir also alle zusammen aus diesem Teufelskreis wieder raus?

Sendung: hr2-kultur, "Der Tag", 26.11.2021, 18:05 - 19:00 Uhr.