Das meiste, was wir besitzen, können wir wegschmeißen. Und zwar eher früher als später. "Geplante Obsoleszenz" ist der leicht verschleiernde Ausdruck für die Tatsache (oder zumindest den Verdacht), dass manche Gebrauchsgegenstände so gebaut sind, dass sie nach einer gewissen Zeit den Geist aufgeben.

Oft deckt sich das mit dem Ablauf der Garantiezeit, so jedenfalls unser Eindruck. Eine Reparatur ist natürlich nicht möglich; vor allem digitale Geräte und Bauteile werden in der Regel einfach ausgetauscht. Das sorgt nicht nur für Abfall und mehr Kosten, sondern auch für eine wachsende Gegenbewegung. Sie fordert das "Recht auf Reparatur", und das EU-Parlament möchte uns ein solches Recht auch tatsächlich bald einräumen.

Wer heute schon Dinge reparieren lassen möchte, die angeblich nicht zu retten sind, kann in Reparaturkliniken oder Repair Cafés gehen. Es gibt immer mehr davon. Sicher nicht ohne Grund: Denn wenn wir lieber reparieren als wegschmeißen, treibt uns sicher der Wunsch an, die Umwelt zu schützen.

Und vielleicht sehen wir in den Dingen auch uns selbst: den Menschen. Der ist voller Mängel, manchmal kaputt und oft sehr reparaturbedürftig.
Und möchte dann nicht hören, dass er nicht zu retten ist.

Sendung: hr2-kultur, Der Tag, 07.12.2020, 18:05 - 19:00 Uhr.

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