Das Beste herauszuholen für Leute, denen oft das Schlimmste zugetraut wird. Das ist die Aufgabe von Strafverteidigern. So wie gerade jetzt im Lübcke-Prozess.

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Der Hauptangeklagte Stephan Ernst - ein Rechtsextremist - wird beschuldigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen zu haben. Ernst hat mehrfach seine Aussagen zum Tathergang geändert. Und er hat sich mitten im Prozess von seinem ersten Verteidiger getrennt. All das macht ein Plädoyer (wie an diesem Donnerstag) nicht gerade leichter für seinen zweiten und jetzigen Verteidiger.

Mutmaßliche und manchmal sogar geständige Mörder zu verteidigen - für Anwältinnen und Anwälte ist das Beruf und oft auch Berufung, für viele Außenstehende dagegen ein moralisches Problem. "Wie kannst du nur einen solchen Menschen verteidigen?" Das ist außerhalb des Gerichtssaals die vielleicht häufigste und heikelste Frage an die Verteidigung, die dadurch immer wieder in die Lage gerät, sich selbst verteidigen zu müssen.

In unserem Rechtsstaat ist es gleichwohl ein eherner Grundsatz: Jeder und jede Angeklagte hat Anspruch auf die bestmögliche Verteidigung - ob er oder sie nun schuldig oder nicht schuldig ist. Nur: Worin besteht - und wie gelingt - eine bestmögliche Verteidigung? Das ist von Fall zu Fall verschieden, und welche Figur die Verteidigung dabei macht, das liegt immer im Auge der Betrachtenden, ob sie nun auf der Anklagebank oder am Richtertisch, auf der gegnerischen Seite oder im Publikum sitzen. Wer auch immer eine Verteidigung übernimmt, muss sich mit all diesen Beteiligten auseinandersetzen. Und kann dabei heldenhaft oder fragwürdig wirken. In Büchern und Filmen sowieso, aber oft auch in der Realität.

Sendung: hr2-kultur, "Der Tag", TT.MM.2021, 18:05 Uhr.

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