Es war einmal ein wasserreiches Land namens Deutschland. Dort erzählte man sich, dass man bloß nicht zu viel Wasser sparen dürfe, weil das heilige deutsche Rohr- und Leitungssystem gut durchspült sein müsse, um zu funktionieren. Tja. Vorbei, die Sorglosigkeit. Spätestens nach dem dritten Dürresommer sind die deutschen Grundwasserspiegel deutlich tiefer gelegt.

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Und selbst wenn sie es nicht wären – das Grundwasser ist auch nicht mehr so frisch, wie es mal war. Verschmutzungen durch Nitrat und Düngemittel machen ihm zu schaffen. Und es kommt immer weniger unten an: Trotz langer Trockenperioden werden Überschwemmungen häufiger, weil die staubigen Böden schlechter Wasser aufnehmen, die Keller also schneller volllaufen und die Flüsse heftiger über die Ufer treten. Von den Verschmutzungen der Meere mal ganz zu schweigen.

Und rund die Hälfte der Weltbevölkerung hat jetzt schon keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Dafür ist auch unser Konsum mitverantwortlich. Wir verbrauchen im Schnitt 4000 Liter Wasser pro Person pro Tag. 4000 Liter – das sind 26 Badewannen voll, jeden Tag.
Kommt Ihnen hoch vor, diese Zahl? Wir rechnen es Ihnen gerne vor.

Sendung: hr2-kultur, "Der Tag", 25.06.2021, 18:05 - 19:00 Uhr.