"Deutsche reich wie nie" titelt eine Nachrichtenseite im Internet, und das mitten in der Coronakrise. Geht's uns jetzt allen besser dank irgendwelcher geheimnisvoller, bisher nur nicht entdeckter wirtschaftlicher Mechanismen? Eher nicht.

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Zum Artikel Wenn das Sparschwein platzt - reich in der Krise?

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Wir Deutsche haben nur im Laufe des letzten Jahres mehr gespart als je zuvor. Oder volkswirtschaftlich gesprochen: die Sparquote ist auf einem Höchststand, das ist der Anteil am verfügbaren Einkommen, der gespart wird.

Der Grund ist auch schon ermittelt: die Krise lässt viele Leute ihr Geld zusammenhalten, für den Fall, dass Job und Einkommen verloren gehen.
Andere konsumieren weniger, weil es einfach weniger zu konsumieren gibt, auf denen ruhen in diesem Jahr die Hoffnungen der Gewerbetreibenden: nachholender Konsum wäre geeignet, die Wirtschaft anzukurbeln und das platzende Sparschwein wieder zu leeren.

Wie auch immer: wirklich reich wird man vom Sparen wohl nicht. Die Deutschen lassen außerdem über zwei Billionen Euro auf Giro- und Tagesgeldkonten liegen, wo sie fast keine Zinsen bringen, und lassen sich nur zögernd auf Aktien und Fonds ein.
Und es ist zu befürchten, dass das angesparte Geld sowieso bald wieder weg ist: weil Jobverluste und Pleiten nicht mehr mit Staatsgeld aufzuhalten sind, und irgendjemand die in der Krise aufgehäuften Staatsschulden bezahlen muss: wir.

Sendung: hr2-kultur, Der Tag, 06.01.2021, 18:05 - 19:00 Uhr.

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