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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fototage Wiesbaden: Harte Kontraste und zarte Lichtmalerei

Fototage Wiesbaden - Benita Suchodrev: 48 Hours Blackpool

Das Motto der 11. Wiesbadener Fototage lautet "Grenzgang Fotokunst" und jede und jeder der 57 Fotograf*innen tastet sich an seine Grenze heran. Und stellt entweder aus, was gerade noch zeigbar ist - oder verwischt Grenzen. Sehenswert!

Thomas Zika etwa hat Damenportraits, wie sie ab 1880 üblich waren und als Visitenkarten verschenkt wurden, gesammelt. Er hat Waldpilze darauf gelegt, die Spuren ihrer Sporen darauf hinterlassen haben: Sternförmige Strahlen zeigen die Frauenöpfe wie in einer Monstranz, das ursprünglich handliche Format hat Zika auf einen Meter aufgebläht, sodass diese Gesichter übergroß und bedrohlich wirken.

Warum fotografiert Benita Suchodrev Schwarzweiß?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Schwarzweiß zeigt das Wesentliche und übermittelt eine Botschaft"

Benita Suchodrev
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Die Grenze des Darstellbaren lotet Benita Suchodrev aus. Sie hat in nur zwei Tagen Hunderte von Menschen auf der Promenade von Blackpool aufgenommen. Die Bilder sind hart, inhaltlich und vom Kontrast her, schwer zu ertragen, das Präkariat kommt zum schlichten Amusement in ein heruntergekommenes britisches Seebad. Die Sonne sticht, es gibt nur zwei Farbe: Schwarz und Weiß. Benita Suchodrev erstellt ein Psychogramm der vergnügungshungrigen Klasse – ein Höhepunkt der Fototage von Wiesbaden.

Was ist noch zeigbar, was geht nicht?

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Der Tod der Schwester ist der finnischen Fotografin Hilla Kurki Anlass, deren Kleid auf traditionelle Weise zu zerreißen und aus dem Stoff einen Teppich zu weben – nur, dass sie das Kleid selbst anhat und sich Streifen für Streifen von ihm trennt. Mit einer Fotofolge schafft Hilla Kurki in einer überlegten Lichtdramaturgie von aufgehender und untergehender Sonne sehr eindrucksvolle Bilder.

Weitere Informationen

11. Wiesbadener Fototage

bis 1. September
Fr, Sa, So, jeweils 13-18 Uhr

Ausstellungsorte:
Ministerium für Wissenschaft und Kunst - Rheinstraße 23-25
SV SparkassenVersicherung - Bahnhofstraße 69
Kunsthaus Wiesbaden - Schulberg 10 (Neubau rechts)
frauen museum wiesbaden - Wörthstraße 5
Rathaus Wiesbaden (Foyer links und rechts)

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Fototage Wiesbaden - Mary Hartwig: o.T.

Und die Schau zeigt natürlich die Grenzen der Fotografie selbst auf: Wann ist ein Foto ein Foto? Nur wenn es aus einer Kamera kommt, oder wenn sich die Fotografin Noora Sandgren selbst zum Objekt macht? Man erkennt kaum ihren Kopf, weil sie sich auf dem lichtempfindlichen Fotopapier bewegt und Schlieren hinterläßt, hauchzarte und zerbrechliche Figuren.

Die Wiesbadener Fototage zeigen, was aktuell geht in der künstlerischen Fotografie: Ob Lichtmalerei oder Collage, ob überbelichtete Landschaft oder extrem gephotoshoppte Menschenmassen – es sind 57 eigenständige Positionen. Am eindrucksvollsten sind die unspektakulären, denen man die Leichtigkeit in der Form und die Schwere der Aussage anmerkt.

Keine Fotokunst ohne Aussage

In Wiesbaden  sind Bilder zu erleben, die einer Erläuterung bedürfen, so gut wie nichts Dekoratives, nichts Gewolltes. Um den Grenzgang verfolgen zu können, sollte man einen Katalog kaufen und zu den Bildern lesen. Dann bringt einen diese Schau professioneller Fotokunst auf den aktuellen Stand und macht Lust, die eigenen fotografischen Grenzen zu sprengen.

Sendung: hr2-kultur, Kulturcafé, 19.8.2019, 16:30 Uhr

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