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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klima und Kunst - geht das zusammen?

Besucher - documenta 13

Am 20. September ist Weltklimatag. Weltweit sind Demonstrationen angesagt, natürlich auch in Hessen. Inzwischen ist das Bewusstsein für den Klimawandel allgemein stark gewachsen. Wir versuchen weniger zu fliegen, auf Fleisch zu verzichten und nachhaltig zu shoppen. Aber können wir auch kulturell grüner werden? Kinos, Theater und Museen verbrauchen Unmengen an Strom - und nicht nur das. Was tut sich in der Kultur in Sachen Klimabewusstsein? Wir haben nachgefragt.

Was kann Kunst fürs Klima tun?

Die Kunst ist quasi der "SUV unter den Kultursparten". Biennalen und Ausstellungen locken hunderttausende Besucher an. Auch Kuratoren, Künstler und Kunstwerke fliegen um die halbe Welt, um vom Atelier an den Ausstellungsort zu gelangen - und von dort zur nächsten Ausstellung. Und die Kunst will - und muss - gut temperiert, belüftet und beleuchtet werden. Das kann schon mal drei Millionen Kilowattstunden Energie pro Jahr und eine halbe Million Euro kosten, wie bei der Kunsthalle Hamburg.
Andererseits möchten gerade Künstler häufig ein besonderes Bewusstsein für den Klimawandel und unsere Verantwortung dafür wecken.
Und allmählich setzt auch in den Institutionen, die Kunst zeigen, ein Bewusstseinswandel ein. Die Tate-Museen in London riefen kürzlich den Klimanotstand aus, wollen auf Ökostrom umsteigen und neue Reiserichtlinien für Mitarbeiter festsetzen.

Venedig Biennale 2019 - Kunst: Zersägtes Motorrad

Der Frankfurter Kunstverein

Der Frankfurter Kunstverein hat ohnehin eine gute Ökobilanz - schon allein aufgrund seiner geringen Größe. Trotzdem versucht man hier gezielt Ressourcen schonend Kunst zu produzieren und zu präsentieren. Zum Beispiel nachhaltige Materialien im Ausstellungsbau zu verwenden und zu recyclen, wo möglich. Und die Künstler, die hier in der kommenden Ausstellung "Trees of Life - Erzählungen für einen beschädigten Planeten" ausstellen, produzieren ihre Kunst mit einem großen ökologischen Bewusstsein. Hier gibt es keine Transport-intensiven Materialschlachten. Dafür Einblicke in ein komplexes System der verschiedensten Lebewesen - ohne die wir auf diesem Planeten auch nicht mehr leben können. Kunstverein-Direktorin Franziska Nori hat zudem ein persönliches Projekt: sie renaturiert Ackerland außerhalb von Frankfurt. Frei nach der Devise: Wenn alle ein bisschen was tun, ist das zusammen genommen eine ganze Menge!

Frankfurter Kunstverein - Trees of Life - Holobiont
Weitere Informationen

"Trees of Life - Erzählungen für einen beschädigten Planeten"

Frankfurter Kunstverein
10.10.2019 - 19.01.2020
Mehr zur kommenden Ausstellung
"Trees of Life" im Frankfurter Kunstverein

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Weitere hessische Kunst-Ausstellungen und Museen, die ein Klimabewusstsein schaffen:

Kunst-Insekten im Sinclair-Haus: Keine Angst vor Krabbeltieren!

Ausstellung Flügelschlag im Sinclair-Haus Bad Homburg: Akihiro Higuchi, HANA, H0118

Wir finden sie manchmal schön, meistens lästig, oft sogar eklig: Insekten. Aber spätestens seitdem wir wissen, dass unser gesamtes Ökosystem von ihrem Aussterben aus dem Gleichgewicht gerät, ist klar: Wir brauchen sie! Diesem hochaktuellen Thema widmet sich jetzt die neue Ausstellung im Sinclair-Haus in Bad Homburg: "Flügelschlag. Insekten in der zeitgenössischen Kunst".

Frankfurts neues Museum für Bienen

Neues Museum für Bienen Frankfurt

Bereits im Frühjahr 2019 hat die Künstlergruppe Finger im Garten des Museums für angewandte Kunst 10 Bienenvölker angesiedelt. Jetzt bekommen sie eigene Austellungsräume. Eine Reihe von Führungen und Workshops stellt das kleine Tier in den Kontext von gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen. Und bietet auch Bienen aus der Pfanne an. Ein Besuch im neuen Bienenmuseum.

Nachhaltiges Kino

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Digitale Tickets und Apfelbäume - Reportage aus dem Cineplex Baunatal

Kino Cineplex Baunatal
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Rund ein Kilogramm CO2 verursacht ein Kinobesucher bei jedem Besuch. Das entspricht ungefähr einer Autofahrt von drei Kilometern Strecke. Das Multiplex-Kino in Baunatal hat sich darum Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Dafür gab es 2017 den "Preis für nachhaltiges Kino" vom Land Hessen. Neben dem Eingang stehen junge Apfelbäume, Strohhalme sind jetzt aus Papier und die Heiz- und Klimaanlagen laufen weniger, sie sind auf das nur unbedingt Nötige eingestellt. Vor allem letzteres birgt ein enormes Einsparpotential - für Kosten und Klimabilanz. Die Technik ist die größte Öko-Schwachstelle der meisten Kinos.

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Globaler Klimastreiktag

For Future: Ein Nachmittag zu Klimawandel und Artenvielfalt
Museum Sinclair Haus, Bad Homburg
20.9. 17 - 21 Uhr

Weitere Aktionen in ganz Hessen

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50 Milliarden Dollar, um die Regenwälder zu retten?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Warum der ehemalige Spitzenmanager Klaus Wiegandt sich für das Weltklima einsetzt

Klaus Wiegandt
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Das genügt, sagt der ehemalige Spitzenmanager Klaus Wiegandt. Im Jahr 2000 hat er sein "Forum für Verantwortung" gegründet. Seither kümmert sich seine Stiftung mit Tagungen, Seminaren und einer Buchreihe um Themen von der Evolution bis zur Nachhaltigkeit. Dabei beschäftigt ihn besonders die Veränderung des Weltklimas mit ihren dramatischen Folgen - und wie die globale Katastrophe verhindert werden kann.

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"Unsere Politiker wollen nicht begreifen, dass echte Klimapolitik Geld kostet. McKinsey und der Stern-Report haben aber schon vor zehn Jahren aufgezeigt, wenn wir erfolgreiche Klimapolitik betreiben wollen, dann müssen wir bis 2050 jährlich 1% des Weltsozialprodukts investierten. 1% heißt heute: 8 Milliarden. Denn 80 Billionen ist das Weltsozialprodukt. Für Deutschland bedeutet das 1% von unserem Sozialprodukt: 40 Milliarden Euro, die wir jährlich in den Klimaschutz stecken müssen! Und was tut die Politik? Beim Pariser Klima-Abkommen haben die Politiker nur einen Bruchteil von dem beschlossen, was nötig wäre: gerade mal 100 Milliarden bis 2020." Klaus Wiegandt

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Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 20.9.2019, 6:50 Uhr

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