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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Tipps für einen Ausflug ins Museum

Ausstellung Lee Krasner Schirn Frankfurt

An den Feiertagen können Sie entspannt zu Hause sitzen oder auch ins Museum gehen. Viele Ausstellungen erwarten Sie auch zwischen den Jahren.

Zwei Frauen, zwei Weltsichten

Wandteppich von Hannah Ryggen: Vi lever på en stjerne (Wir leben auf einem Stern), 1958

Die Kunsthalle Schirn in Frankfurt zeigt im Augenblick noch zwei Ausstellungen, die zwei Künstlerinnen gewidmet sind: Sehr ungewöhnlich sind die monumentalen, politisch kompromisslosen Wandteppiche, die die Norwegerin Hannah Ryggen in den 30er Jahren geschaffen hat.

Sie lebte zu der Zeit auf einem kleinen autarken Bauernhof an der Westküste Norwegens und schuf mithilfe der Webkunst aufrüttelnde Bilder: Sie zeigt, wie Kleinbauern und Fischer in dem Schuldenmeer der Weltwirtschaftskrise regelrecht ertrinken. Sie kommentierte die Invasion Mussolinis im ostafrikanischen Kaiserreich Abessinien und unterstützte den deutschen Publizisten Carl von Ossietzky.

Lee Krasner: Combat, 1965

Die zweite große Schau der Kunsthalle widmet sich der Künstlerin Lee Krasner. Ihre Freunde beschrieben Krasner als sarkastisch, streitlustig, einmalig, ehrlich und  brilliant. Sie hat den abstrakten Expressionismus miterfunden - als einzige Frau unter vielen Männern.

Während ihre Kollegen wie Willem de Kooning oder ihr Ehemann Jackson Pollock Kunstgeschichte geschrieben haben, ist Krasner in Deutschland immer noch weitgehend unbekannt. Die Schirn hat sich vorgenommen, das zu ändern und zeigt  Hauptwerke der Künstlerin, darunter Gemälde, Collagen und Zeichnungen.

Kunst von heute

Museum Wiesbaden - Sumi Kim, ohne Titel, 2016

Die aktuelle Ausstellung im Museum Wiesbaden heißt JETZT! Der Titel ist schlicht und bringt damit den Inhalt auf den Punkt. Insgesamt 53 Künstler*innen werden hier vorgestellt. Ein Jahr lang waren die Kuratoren in der Vorbereitung unterwegs, besuchten Ateliers in ganz Deutschland und brachten die Bilder frisch aus dem Atelier direkt ins Museum.

Die Bestandsaufnahme aktueller Malerei umfasst wild Farbig-Abstraktes genauso wie Erzählerisch-Figürliches, sehr reduziert Minimalistisches genauso wie Konstruktiv-Theoretisches. Es ist ein spannender Reigen mit vielen Überraschungen. Eine Einladung, Neues zu entdecken!

Zeit, Raum und ein neuer Stern

Rachel Rose: Autoscopic Egg

In Kassel gibt es ebenfalls Neues zu entdecken und zwar einen kommenden Weltstar: Rachel Rose wird in der Kunstwelt gerade als DER "rising star" gefeiert. Die erst 1986 geborene Künstlerin wird im Fridericianum dem deutschen Publikum das erste Mal präsentiert. Ihr Werk besteht aus Videoarbeiten. Sie gestaltet allerdings nicht nur die Filme, sondern auch die Räume, in denen diese gezeigt werden neu entworfen.

Der Film, der den Betrachter in eine suggestiv beklemmende Kinderwelt hineinzieht, wird auf einer Leinwand gezeigt, vor der ein weicher kuscheliger hochfloriger Teppich liegt, die hochtechnisierte Welt eines Raumfahrtlabors sehen wir auf einem gewaltigen LED-Bildschirm, der selbst aus einem Raumschiff zu stammen scheint. Eine Ausstellung, in der man das Gefühl für Zeit und Raum verlieren kann.

Bauhaus brasilianisch

Geraldo de Barros: Fotoforma, 1950

In den Opelvillen in Rüsselsheim gibt es eine Doppelausstellung. Sie reduziert minimalistische Ästhetik der 50er und 60er Jahre, streng, klar, elegant. Der brasilianische Künstler Geraldo de Barros entwickelte streng abstrakte Fotografien und arbeitete als Plakatkünstler. Vor allem gestaltete er aber auch Möbel, die den modernen Menschen in einer modernen Zeit begleiten sollten.

Jeder, der Bauhaus mag, wird de Barros lieben. Seine Vision einer neuen, sozial gerechten und zukunftsweisenden Welt wird begleitet von den Gedichten zweier Sprachpioniere: Eugen Gomringer und Augusto de Campos. Ihre Gedichte funktionieren tatsächlich wie Gemälde. Wort-Konstallationen, die wie Sternbilder an den weißen Wänden angebracht sind. Tiefsinnig, verspielt, mehrdeutig, aufgeräumt und erhebend.

Vincent!

Ausstellung "Making van Gogh"

Der Blockbuster der Saison: Van Gogh im Städel Museum in Frankfurt. Es ist die aufwendigste Ausstellung, die das Städel jemals gemacht hat. Erzählt wird die Erfolgsgeschichte der Malerei des Vincent van Gogh in Deutschland. Deutlich wird hier, dass die Malerei des Superstars wesentlich vielfältiger ist, als man allgemein hin denkt.

Von impressionistischer Farbfleckmalerei, bis hin zu japanischen Holzschnitten reichte sein Interesse. Begleitet werden die über 50 Gemälde des Niederländers von einer herausragenden Auswahl deutscher Expressionisten, die von ihm inspiriert wurden. Aber Vorsicht – hier muss man mit langen Schlangen und vielen Besuchern rechnen!

Sendung: hr2-kultur, Kulturfrühstück, 23.12.2019, 8:45 Uhr

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