Ein Leidenschaftlicher, ein Exzentriker, ein Unberechenbarer, der so manchen Regisseur zur Weißglut brachte: Birol Ünel. Unvergessen seine Rolle als alkoholkranker und drogensüchtiger Deutschtürke Cahit in "Gegen die Wand", mit dem Regisseur Fatih Akin 2004 seine Karriere startete. Anfang September starb der Schauspieler mit 59 Jahren in Berlin.

Mit "Gegen die Wand" gewann Birol Ünel den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller, auf der Berlinale gewann der Film den Goldenen Bären. In Fatih Akins Filmkomödie "Soul Kitchen" spielte Ünel 2009 einen exzentrischen Koch, der im Streit auch schon mal ein Messer in die Wand rammte.

2010 war Birol Ünel im "hr2-Doppelkopf" zu Gast und erzählte von seiner Kindheit in der türkischen Stadt Silifke, vom ostfriesischen Brinkum, von Bremen und der Schweißerlunge seines Vaters, von seinen Außenseiterrollen und seinen Eskapaden: Wie er die Limousine von Tony Curtis in Berlin entführt und im "Potsdamer Abkommen" sich mit dessen Freundin die Zeit vertrieb. Wie er mit Regisseur Heinrich Breloer "Todesspiel" über die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" drehte. Er erzählte von seiner Begegnung mit Heiner Müller und dem, was er damals gerade so tat. Birol Ünel trank, sang, fluchte und lachte in diesem etwas anarchischen "Doppelkopf"-Gespräch, das wir jetzt noch einmal wiederholen.

Gastgeber: Jochanan Shelliem

Musiktitel dieser Sendung:
- Champion Jack Dupree: Gamblin' Man Blues
- Laurie Anderson: Walking and Falling
- Jacques Brel: Amsterdam

Wiederholung eines Gesprächs von 2010.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 30.10.2020, 12:05 Uhr.

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