Caspar Söling ist Geschäftsführer des St. Vincenzstifts und des Antoniushaus' im Rheingau, die zu den größten Einrichtungen für behinderte Menschen im Bistum Limburg gehören. Was ist die richtige Form der Aufarbeitung von vergangenem Unrecht? Wie kann man in Zukunft körperliche und sexuelle Gewalt in kirchlichen Einrichtungen verhindern?

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"Wir sind mehr als unsere genetische Disposition" | Caspar Söling widmet sein berufliches Leben den Rechten Behinderter

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Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Caspar Söling davon, wie er sich entschloss, sein berufliches Leben den Rechten von Behinderten zu widmen und wie er in den 2000er Jahren mit dem Thema der "Heimkinderdebatte" in Kontakt kam.

Er berichtet von dem Erlebnis an einem "Runden Tisch" in Wiesbaden, bei dem ihm ehemalige Bewohner der Heime aus ihrer Kindheit erzählten. Wie überall in Deutschland war auch im St. Vincenzstift in den 1950er und 1960er Jahren körperliche Gewalt gegen Kinder an der Tagesordnung. Auch sexueller Missbrauch hatte dort stattgefunden, und die Kinder und Jugendlichen waren zutiefst traumatisiert.  

Caspar Söling entschloss sich zu einer gründlichen wissenschaftlichen und persönlichen Aufarbeitung der Vorkommnisse. Er berichtet von der Unterstützung bei diesem Vorhaben und von den großen Widerständen, wie wesentlich für die Betroffenen die Veröffentlichung der Studien war. Caspar Söling spricht auch davon, mit welchen Mitteln und Maßnahmen das Bistum Limburg versucht, körperliche und sexuelle Gewalt in seinen Einrichtungen in Zukunft zu verhindern.

Gastgeberin: Stefanie Blumenbecker

Musiktitel dieser Sendung:
- Michael Nyman: The Departure (Soundtrack "Gattaca") / Filmorchester
- Helmut Fischer, Siegfried Fietz: Mit ins Leben gehen
- Gloria Gaynor: I Will Survive
- Felix Mendelssohn Bartholdy: Psalm 42 für Soli, Chor und Orchester, op. 42 / Kammerchor Stuttgart; Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Ltg.: Frieder Bernius

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 28.10.2021, 12:05 Uhr.