Im Juni wurde der Paderborner Kirchenkritiker, Psychotherapeut und Ex-Priester Eugen Drewermann 80 Jahre alt. Er zählte viele Jahre zu den umstrittensten Theologen der katholischen Kirche. Anfang der 90er Jahre wurde er vom Priesteramt suspendiert; er selbst trat zu seinem 65. Geburtstag aus der Kirche aus.

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Zum Artikel "Es muss unendlich viel mehr geben als diese Welt" | Theologe Eugen Drewermann u. a. über Märchen

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Viele Bücher hat er geschrieben in denen er die Bibel tiefenpsychologisch auslegt. Im "hr2-Doppelkopf" war er mehrfach zu Gast; einmal nahm er sich ausschließlich der Märchen der Brüder Grimm an, in denen Geschwister eine wichtige Rolle spielen. Er deutete diese Geschichten jedoch so, dass man darin nicht wirkliche Geschwistergeschichten findet. In der Sicht seiner tiefenpsychologischen Deutung zeigen Geschwister nämlich meist unterschiedliche Anteile einer mehr oder weniger zerrissenen Persönlichkeit. Diese Anteile, die Geschwister, müssen zusammenwirken, um den Zauber oder den Fluch eines Lebens zu erlösen.

Eugen Drewermann deutet in diesem Sinne beispielhaft die Märchen von "Brüderchen und Schwesterchen" und "Die Kristallkugel". Bei Frau Holle aber versagt diese Auslegungsmethode. Dieses Märchen über die beiden so unterschiedlichen Geschwisterkinder deutet Drewermann als Mythos, der auf eine Kernfrage der Menschheit nach dem Unrecht der Welt eine tiefgründige Antwort gibt und auf eine verborgene Weisheit der Weltordnung hinweist. Klaus Hofmeister führte 2008 im Gespräch mit Eugen Drewermann durch die Geschwisterwelt der Märchen.

Gastgeber: Klaus Hofmeister

Musiktitel dieser Sendung:
- Vicenzo Bellini: La Sonnanbula
- Antonín Dvorak: Rusalka
- Narciso Yepes: Recuerdos de la Alhambra
- Ludwig van Beethoven: Für Elise

Wiederholung eines Gesprächs von 2008.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 18.08.2020, 12:05 Uhr.

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