Sie war Orchesterdirektorin am Staatstheater Darmstadt und dreizehn Jahre lang erfolgreiche Programmdirektorin des Rheingau-Musikfestivals. Der Name Evelyn Meining hat also einen guten Klang in Hessen, auch wenn die ausgebildete Sängerin jetzt jenseits des Spessarts tätig ist.

Seit 2014 verantwortet sie das renommierte Mozartfest in Würzburg. Die Idee zu diesem Musikfest hatte vor genau einhundert Jahren der aus Frankfurt stammende Komponist Hermann Zilcher, fasziniert von der großzügigen, von Balthasar Neumann erbauten Residenz. Er wollte sie mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart beleben und fürs Publikum öffnen. Das runde Jubiläum in diesem Jahr konnte, der Pandemie wegen, nur eingeschränkt stattfinden; die Intendantin glaubt auch nicht, dass der immer hektischer werdende Musikbetrieb in Form früherer Jahre wiederauferstehen wird.

Vielmehr habe sich jetzt die Notwendigkeit gezeigt, Fragen zu stellen. Was bedeuten uns Kunst und Kultur? Was bedeuten uns die Künstler und ihr tun? Was können Musikfestivals dazu leisten, überhaupt: was können sie speziell beitragen zur Begegnung von Musik mit ihrem Publikum? Antworten versucht sie alljährlich mit einem Programm zu geben, das Mozarts Musik in einen thematischen Rahmen stellt, mit Perspektiven, die die Menschen heute genauso berühren wie vor 250 Jahren. Ausgebildet wurde Evelyn Meining noch in der DDR; nach der Wende verließ sie ihr Engagement an der Semperoper Dresden, um in der nun offenstehenden Welt ihre Erfahrungen zu machen. Auch davon erzählt sie heute im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 24.12.2021, 12:05 Uhr.