Sie ist Journalistin, Kriegsreporterin und eine erfolgreiche Schriftstellerin, ihre zehn Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Irena Brežnà ist in der Slowakei gebo¬ren. Gleichwohl gewann sie ihre Identität als Schriftstellerin in der deutschen Sprache und Kultur.

Auf der Flucht vor den Panzern des Warschauer Pakts emigrierte sie mit ihren Eltern 1968 in die Schweiz. Dort studierte sie Slawistik, Psychologie und Philosophie, begann als Dolmetscherin für Geflüchtete zu arbeiten, beteiligte sich an der Gründung humanitärer Frauenprojekte und setzte sich für inhaftierte russische Dissidenten ein – mit einer Reportage über deren Schicksal begann sie mit dem Schreiben. Bekannt wurde Irena Brežnà durch das autobiografisch grundierte Buch "Die Beste aller Welten", ein trotz aller Düsterkeit mit leichthändiger Ironie erzählter Roman aus den Anfangsjahren der kommunistischen Tschechoslowakei. Vielfach ausgezeichnet wurden ihre literarischen Reportagen über die Schicksale von Menschen in den Ländern Mittel- und Osteuropas.

Heute erhält die Schriftstellerin im Staatstheater Darmstadt den Hermann Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums und wird damit geehrt als Persönlichkeit, die sich, so die Begründung, "in besonderer Weise für verfolgte und inhaftierte Schriftsteller und Journalisten" einsetzt. Im "hr2-Doppelkopf" erzählt sie von den Beweggründen ihres Schreibens und wie es ihr gelang, sich in einer fremden Sprache ein, wie sie sagt, "Haus zu bauen".

Gastgeberin: Michaela Wunderle

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Wiederholung eines Gesprächs von 2011.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 18.12.2021, 12:05 Uhr.