Am 8. Oktober 1978 passierte der Kanadier William Dyson am Flughafen in Chicago ohne Probleme die Einreisekontrollen. Zwei Tage später hörte er auf zu existieren. Dysons Identität war eine Erfindung des KGB, um einen ihrer Rekruten aus der DDR in die USA einzuschleusen. Der Plan ging auf. Ein junger, ehrgeiziger Agent begann ein neues Leben im Westen: Jack Barsky.

Ein Jahrzehnt lang führte er im Kalten Krieg Geheimoperationen aus, bis sich seine Loyalität plötzlich auf überraschende Weise änderte und er alles in Frage stellte, an das er geglaubt hatte. Jack Barsky kam als Albrecht Dittrich 1949 in der DDR auf die Welt. Als Chemie-Student war er der beste seines Fachs. 1970 wird er vom KGB rekrutiert, als "Kundschafter des Friedens". Nach einem intensiven Training für ein Leben als Agent wird er 1978 in die USA geschleust und nimmt dort die Identität des verstorbenen Jack Barsky an. Fortan lebt er ein gewagtes Doppelleben mit zwei Ehen, bis er entscheidet, für immer auszusteigen. Das schafft er mit einem gewagten Trick. Erst 1997 – neun Jahre nach seinem Ausstieg - wird er vom FBI enttarnt.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt der "falsche Amerikaner", was es hieß, Spion im Kalten Krieg gewesen zu sein und zwischen zwei Weltmächten, Ideologien und Identitäten gestanden zu haben.

Gastgeberin: Karin Röder

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Buchhinweis:

Jack Barsky/Cindy Coloma: "Der falsche Amerikaner. Ein Doppelleben als deutscher Spion in den USA", Verlag SCM Hänssler 2018, Preis: 19,95 Euro

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Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 29.10.2019, 12:05 Uhr.

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