Keine Politikerin in Deutschland ist so beliebt wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Dabei hat sie durchaus eine Menge unpopulärer Entscheidungen treffen müssen. Das gelang ihr mit Durchsetzungskraft und Herzlichkeit.

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Zum Artikel Die Ministerpräsidentin Malu Dreyer erzählt, was Freude am Regieren macht.

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Mit dem neu gewählten Führungsduo der SPD hat sich Malu Dreyer nun vom stellvertretenden Vorsitz verabschiedet. "Ich habe mich entschieden, mich nach dem Parteitag der SPD auf unser schönes Bundesland zu konzentrieren", sagte sie. "Ich war gerne Stellvertreterin, und ich war auch sehr gerne kommissarische Bundesvorsitzende unserer wunderbaren Partei". Rheinland-Pfalz ist für sie nach wie vor ihre Heimat, ihr Land. Verlassen hat die 58-Jährige es nur einmal - für ein Schüleraustauschjahr in Kalifornien.

Malu Dreyer ist 1961 in Neustadt an der Weistraße geboren, als eine von drei Töchtern eines Schulleiters und einer Erzieherin. Sie hat in Mainz Jura studiert und lebt seit Ihrer Heirat in dem alternativen Wohnprojekt Schammatdorf in Trier. Dort ist sie auch Vorsitzende der SPD. Nach Abschluss ihres Jurastudiums mit Prädikatexamen wurde Dreyer zur Bürgermeisterin von Bad Kreuznach gewählt und ist ein paar Monate später in die SPD eingetreten. Fünf Jahre danach wurde sie Dezernentin für Soziales, Jugend und Wohnen in Mainz.

Ab 2006 brachte sie als rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Familie, Gesundheit (und Frauen; ab 2011: für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie) unter anderem auch das Kinderschutzgesetz auf den Weg. Außerdem will sie den digitalen Fortschritt voranbringen und Bildungsgerechtigkeit ermöglichen.  

Kurz vor ihrer Ernennung zur Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz im Jahr 2013 machte die bekennende Katholikin ihre Krankheit, Multiple Sklerose, öffentlich. Das Amt hatte sie von Kurt Beck übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen zurück getreten war. 2016 kandidierte Malu Dreyer bei der Wahl der Ministerpräsidentin und siegte wider erwarten gegen die CDU-Kandidatin und heutige Landwirtschafsministerin Julia Klöckner.

Im "hr2-Doppelkopf" stellt sich die "Landes-Mutter" unter anderem folgenden Fragen: Wie geht es weiter mit der SPD? Sind Parteien überhaupt noch zeitgemäß? Was macht Freude am Regieren? Und wie gelingt menschliche und ehrliche Politik?

Gastgeberin: Karin Röder

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 22.01.2020, 12:05 Uhr.

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