Chormusikfreunde und Kenner zählen ihn deutschland- und europaweit zu den besten seiner Art: den Windsbacher Knabenchor. Sie machen das am spezifischen Klang, an der makellosen Sprachbehandlung und Intonationssicherheit fest. Martin Lehmann ist Dirigent dieses Chors.

Obwohl in diesen Chören nur Kinder und Jugendliche singen, sind manche Knabenchöre stolz auf vielhundertjährige Traditionen. Die Regensburger Domspatzen, die Leipziger Thomaner, der Dresdener Kreuzchor sind entsprechende Institutionen und Marken im Musikbetrieb. Den Windsbacher Knabenchor gibt es "erst" seit 75 Jahren. Gegründet von einem ehemaligen Dresdner Kruzianer, Hans Thamm, weist der Chor aus Mittelfranken eine bemerkenswerte Konstanz auf: Nach dem Gründer und seinem Nachfolger Karl Friedrich Behringer ist Martin Lehmann erst der dritte Dirigent des Ensembles.

Knabenchöre sind im Prinzip Schulchöre. Jedes Jahr scheiden junge Männer aus und treten zehnjährige Jungs, die man finden und für das Chorsingen auf hohem Niveau begeistern muss, neu ein. Ob der Sitz des Chores in der Provinz dabei schadet oder nützt, wird immer wieder diskutiert; Martin Lehmann schätzt vor allem die hier mögliche Ruhe und Konzentration sowie das "Teambuilding" im Internat. Gleichwohl ist der von der Evangelischen Landeskirche Bayerns getragene Chor in allen großen Konzertsälen, Festivals und Kirchen gefragt.

Mit den Corona-Beschränkungen stehen die Windsbacher wie alle anderen Knabenchöre jedoch vor einer entscheidenden Zäsur: die Bildung eines Repertoires, das Training der Stimmen, die Weitergabe von Erfahrungen sind unterbrochen, die Kinder kommen schneller in den Stimmbruch. Davon und von weiteren Aspekten seiner Arbeit spricht Martin Lehmann heute im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 30.04.2021, 12:05 Uhr.

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