Sie trägt einen berühmten Namen. Und sie pflegt ein kritisches Verhältnis zum Schaffen ihres Urgroßvaters. Speziell zu dem, was die Familie Wagner daraus gemacht hat: einen allsommerlichen Wallfahrtsort im Oberfränkischen, Opernfestspiele mit immer demselben Programm, einen von der Politik gehätschelten Tummelplatz der sogenannten Wagnerianer.

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"Geistlose Selbstvermarktung" hat Nike Wagner dieses Treiben einmal genannt; die Tochter von Wieland Wagner, der 1951 angetreten war, die Bayreuther Festspiele zu entrümpeln, von der Tradition zu befreien und 1966 plötzlich verstarb, hat es trotz mehrerer Anläufe jedoch nie geschafft, bei der Gestaltung der Festspiele ein Wörtchen mitzureden. Da waren Wolfgang, ihr Onkel, und andere Persönlichkeiten vor.

2004 übernahm Nike Wagner die künstlerische Leitung des Kunstfestes Weimar, in jener Stadt also, dessen Musikleben ihr Ur-Urgroßvater Franz Liszt seinen Stempel aufgedrückt hatte. "Pélérinage" – Wanderschaft nannte sie dieses jährliche, interdisziplinär verwobene Ereignis nach dem Vorbild eines Lisztschen Klavierzyklus. Nach aufsehenerregenden und umstrittenen zehn Jahren ging sie nach Bonn, um das dortige Beethovenfest neu auszurichten. Sie wird es bis zur (verschobenen) Jubiläumsausgabe 2021 betreuen.

Nike Wagner, die nach der griechischen Siegesgöttin benannt ist, wird heute 75 Jahre alt – wie immer fällt ihr runder Geburtstag ins selbe Jahr wie das Jubiläums-Gedenken an das Kriegsende. Ob das etwas mit ihrem ungewöhnlichen Vornamen zu tun hat, erläutert die vielseitige Publizistin und Musikfestdramaturgin heute im "Doppelkopf".

Gastgeber: Andreas Bomba

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 09.06.2020, 12:05 Uhr.

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