Der Mainzer Schott-Verlag feiert in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag. Seit 46 Jahren leitet Peter Hanser-Strecker den Verlag. 1968 trat der Musikwissenschaftler und Jurist in sechster Generation in den Verlag seiner Vorväter ein. Und zeigt sich in digitalen Zeiten als unermüdlicher Kämpfer für das Urheberrecht.

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Zum Artikel Der Musikverleger Peter Hanser-Strecker spricht u. a. über die Entscheidung, Notenverleger zu werden.

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Privilegium exklusivum. Hochtrabendes Latein prangte über dem Papier, mit dem der Mainzer Erzbischof einem Kupferstecher namens Bernhard Schott das Prädikat zuerkannte, "eintzig und allein die Music zu stechen" und sie in Kurfürstentum zu vertreiben. Das war am 6. Juni 1780. Zehn Jahre vorher hatte Schott sein Notenstich-Gewerbe begonnen. Der Druck und Verkauf von Noten revolutionierte seinerzeit die Musikwelt. Kein Geringerer als Ludwig van Beethoven sollte als einer der ersten davon profitieren.

Der im Familienbesitz verbliebene Verlag heißt mittlerweile "Schott Music Group" und hat sich, im Zeichen der Globalisierung, international aufgestellt. Druck und Verkauf von Noten stehen nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr gilt, es Interessen und Rechte der Komponisten zu wahren, die ihre Werke dem noch immer in Mainz residierenden Verlag anvertraut haben. Der Katalog zählt von Beethoven bis Wagner und Strauss, Paul Hindemith bis Carl Orff, Igor Strawinsky bis Krzysztof Penderecki, Jörg Widmann bis Enjott Schneider und Peter Eötvös bis Toshio Hosokawa die Crème de la Crème der weltweiten klassischen Musik auf.

Ein unermüdlicher Kämpfer fürs Urheberrecht in digitalen Zeiten ist Peter Hanser-Strecker. 1968 trat der Musikwissenschaftler und Jurist in sechster Generation in den Verlag seiner Vorväter ein, seit 46 Jahren leitet er ihn als geschäftsführender Gesellschafter. Den eher kuriosen Anstoß gab ihm ein Blick aus dem Fenster. Als Ludwig Strecker, der Großvater, ihn eines Tages auf die Übernahme angesprochen habe, stellte der junge Peter fest: der Verleger war mit einer Nobelkarosse vorgefahren. Das imponierte ihm – die Entscheidung stand fest... So entwickelten sich aus dem exklusiven Privileg lebenslange Leidenschaft und harte Arbeit.

Gastgeber: Andreas Bomba

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 05.06.2020, 12:05 Uhr.

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