Das Wort Impresario hat einen altertümlichen Klang. Sonia Simmenauer aber ist genau das: eine Impresaria. Eine kluge Frau, die Musiker vertritt und sich rundum um sie kümmert. Vor über dreißig Jahren gründete sie das "Impresariat Simmenauer" und führte vor allem Streichquartette auf ihrer Liste.

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Zum Artikel Die Impresaria Sonia Simmenauer spricht über die Chance zur Neubesinnung des globalen Musikbetriebs.

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Darunter die berühmtesten: das Alban-Berg- und das Guarneri-Quartett, heute das Artemis-, das Schumann- und das Belcea Quartett, das Cuarteto Casals und wie die jungen, wagemutigen, weltweit erfolgreichen Formationen alle heißen. Wie alle anderen Agenturen muss nun auch sie sich mit den existenziellen Folgen der Corona-Krise auseinandersetzen. Keine Konzerte – keine Provisionen – keine Einnahmen.

Aber die Krise, so Sonia Simmenauer, bietet die Chance zur Neubesinnung. Die habe nämlich schon früher begonnen. Das Hamsterrad des globalen Musikbetriebs drehte sich immer schneller. "Viele meiner Künstler", sagt sie, "haben sich ein Sabbatical herbeigesehnt". Aber wer einmal weg ist vom Fenster, kommt nicht unbedingt wieder. Der Verdrängungswettbewerb ist unerbittlich. Es müsse sich daher vieles ändern, regionaler werden, entschleunigt. Weniger Stars, dafür bessere, authentischere Programme. Mehr Aufmerksamkeit in kürzeren Konzerten. Warum, fragt sie, werden heute mehr Konzertsäle gebaut als Kirchen? Sind es nicht diese Kulturtempel, die den Menschen Halt bieten, einen Ort der Besinnung, der Selbstfindung?

Gastgeber: Andreas Bomba

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 03.07.2020, 12:05 Uhr.

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