Sie kam nur auf einer einzigen Insel der Welt vor, einer Vulkaninsel vor der mexikanischen Pazifikküste: die Socorrotaube. In der Natur gilt sie seit den 1970er-Jahren als ausgerottet, in Volieren allerdings überlebten einige Tiere. Mit ihnen wird seit nunmehr 27 Jahren versucht, den eher unscheinbaren, erdbraun-zimtfarbenen Vogel vor dem endgültigen Verschwinden zu bewahren. Der Kopf dahinter lebt in Bad Vilbel: der Biologe Dr. Stefan Stadler, Vizedirektor des Frankfurter Zoos.

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Zum Artikel "Es braucht stabile Partner, wenn man eine Tierart retten will" | Stefan Stadler gilt auch als "Tauben-Retter"

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Ist die Socorrotaube für die einen nur eine weitere "Ratte der Lüfte", ist sie für Stefan Stadler ein zentraler Inhalt seines Lebens geworden. Er treibt seit 1993 den Aufbau eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für die Socorrotaube voran, motiviert Zoos, private Vogelhalter und Naturschutzbiolog*innen zur Zusammenarbeit und stellt die Weichen dafür, dass die Tauben künftig wieder auf Socorro heimisch werden können. Und das mit Erfolg: Weltweit gibt es heute wieder rund 180 Socorrotauben. Die ersten von ihnen sind bereits nach Mexiko gereist und warten dort in einer Volierenanlage auf den Startschuss zur Rückkehr in ihre alte Heimat.

Socorrotaube

Woran es lag, dass die Socorrotaube verschwand, welche Hürden man als "Tauben-Retter" überwinden muss und welche Erfolge man andererseits erleben kann, das erzählt Stefan Stadler im "hr2-Doppelkopf". Und er erzählt auch, warum von der Rettung einer unscheinbaren braunen Taube vor der Ausrottung eine immense Signalwirkung für den übrigen internationalen Artenschutz ausgeht.

Gastgeber: Stephan Hübner

Musiktitel dieser Sendung:
- Donovan: Universal Soldier
- Yasmin Levy: Porque
- Ana Moura: Sou do Fado, Sou Fadista
- Al Di Meola: Oblivion

Wiederholung eines Gesprächs vom November 2020.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 09.08.2021, 12:05 Uhr.