Wer die Kunst des Wartens nicht beherrscht, dem geht die Gelassenheit verloren, und die Vorfreude, sagt Timo Reuter. Er beschreibt das Warten als Sandkorn im Getriebe der pausenlosen Verwertungsmaschine und als Möglichkeit, neue Freiräume zu eröffnen.

Audiobeitrag

Podcast

Zum Artikel Der Autor Timo Reuter spricht über die Kunst des Wartens.

Podcast Doppelkopf
Ende des Audiobeitrags

Wir stehen jedes Jahr rund siebzig Stunden im Stau und jeden Tag beim Einkaufen sieben Minuten an der Kasse. In den USA verbringen Menschen rund fünf Jahre ihres Lebens in Warteschlangen und sechs Monate an roten Ampeln. In der DDR haben Menschen im Durchschnitt zwölf Jahre auf einen Trabi gewartet und stellten sich in Warteschlangen, auch wenn sie gar nicht wussten, wofür. Ständig warten wir: Auf den nächsten Bus, auf die große Liebe, auf den Urlaub, auf ein besseres Leben, das Warten ist sehr vielfältig, es kann harmlos oder existentiell, politisch oder persönlich, deprimierend, nervig und manchmal sogar schön sein. Wir teilen alle diese Erfahrung: dem Warten kann niemand entgehen.

In seinem Buch "Warten - Eine verlernte Kunst" schreibt Timo Reuter über Lust und Frust, über Macht und Kraft des Wartens, über das Warten im Wandel der Zeit und in anderen Kulturen und über unseren pausenlosen Alltag dieser Lücke in unserer Zeit. Eine Zwischen-Zeit, die kleines und großes Glück verspricht, wenn man sie zulässt und sich dem Rausch der Beschleunigung widersetzt. Und davon erzählt er heute im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeberin: Daniella Baumeister

Weitere Informationen

Buchhinweis:

Timo Reuter: "Warten. Eine verlernte Kunst", Westend Verlag 2019, Preis: 18,- Euro

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 20.05.2020, 12:05 Uhr.

Aktueller Song:
Lädt
Lädt
Lädt - Lädt
Lädt - Lädt
mit