Man muss das wollen: im Hinterzimmer einer Bibliothek viele Stunden in verstaubten Kisten und Kartons wühlen, Akten sichten, zuordnen und bewerten. Die Musikwissenschaftlerin Ulrike Kienzle hat das getan, interessante Funde gemacht, und jetzt hat sie den Auftrag, die gesamte Musikgeschichte der Stadt Frankfurt zu erforschen, zu schreiben und zu präsentieren.

Ulrike Kienzle förderte bei ihrer Suche ein sauber geschriebenes Manuskript ans Tageslicht; es war die Reinschrift eines unbekannten Streichquartetts ohne Nennung eines Komponistennamens. Mit kombinatorischem Geschick und viel Erfahrung fand sie heraus, dass sie hier den Erstling eines nachmalig berühmten Komponisten in Händen hielt, jenes Probestück, mit dem sich Max Bruch im Jahre 1852 um das Stipendium der Frankfurter Mozart-Gesellschaft bewarb.

Wer aber ist die Mozart-Gesellschaft? Um welches Stipendium handelt es sich? So folgte aus einer Erkenntnis die nächste Frage. Die Frankfurter Musikwissenschaftlerin hat sich in die Materie inzwischen so vertieft, dass sie mit dem spektakulären Projekt beauftragt wurde, die gesamte Musikgeschichte der Stadt Frankfurt zu erforschen. Buch, Ausstellung, Vorträge, Internet – die Wege, Ergebnisse zu vermitteln, sind inzwischen zahlreich.

Auch im neuen Frankfurter Romantikmuseum wird sich Ulrike Kienzle um Aspekte der Musik kümmern, und im Herbst startet ihre neue Reihe in der Alten Oper: "Kienzles Klassik", eine Art Musik-Campus für Menschen, die mehr über Musik erfahren wollen. Ohne Liebe und Leidenschaft für die Sache geht das alles nicht. Davon erzählt sie heute im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 06.05.2021, 12:05 Uhr.

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