"Man sollte alles ausprobieren." Nach diesem Motto lebt Verena Bentele. Von Geburt an blind, kann sie nur hell und dunkel erkennen. Stark gemacht hat die spätere Spitzensportlerin ihre Kindheit in einem Sechs-Häuser-Dorf am Bodensee.

Auf dem elterlichen Bio-Bauernhof, zwischen Äpfeln und Hopfen, konnte sie sich austoben, mit anpacken, Verantwortung übernehmen und selbständig werden. Mit drei Jahren stand Verena Bentele erstmals auf Skiern. Gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Johannes und dem ebenfalls blinden Bruder Michael fuhr sie Tandem und Rollschuhe, kletterte auf Bäume und über Dächer. So lernte sie, zusammen zu arbeiten und Vertrauen in andere Menschen zu haben.

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Buchhinweis:

Verena Bentele: "Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Wie ich als Blinde lernte, Grenzen zu überwinden",
Goldmann Verlag 2015, Preis: 9,99 Euro

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Als zwölffache Paralympicssiegerin im Biathlon und Skilanglauf machte sie den Behindertensport in Deutschland populär. Nach ihrer aktiven Sport-Karriere wurde sie 2014 zur Behindertenbeauftragten der Bundesregierung ernannt. Das Amt gab sie 2018 ab.

Seit 2018 ist Verena Bentele Präsidentin des Sozialverbandes VdK. Dort vertritt sie die sozialpolitischen Interessen aller Bürger. Zuletzt hat sich die 38-Jährige unter anderem für die Grundrente stark gemacht. Dem Sport ist sie weiter treu geblieben: 2013 bestieg sie den Kilimandscharo  den höchsten Berg Afrikas, und als erster blinder Mensch auch den Mount Meru, einen Vulkangipfel in der Nähe.

Gastgeberin: Karin Röder

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 26.05.2020, 12:05 Uhr.

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