Im vergangenen Dezember starb der Berliner Verleger Klaus Wagenbach im Alter von 91 Jahren. Der Gründer des gleichnamigen Verlages nannte sich gerne "Kafkas Witwe" und "Gründer der Toskana-Fraktion". Wagenbach war ein früher Kafka-Forscher, er hat Ende der fünfziger Jahre eine Biografie sowie einen vielgerühmten Bildband über Kafka herausgegeben. Zugleich hat Wagenbach als "apassionato" der italienischen Kultur seinen Verlag zu dem Italien-Verlag in Deutschland gemacht.

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"Bücher können einen schon verrückt machen" | Klaus Wagenbach u. a. über seine Hingabe zu Franz Kafka

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Ursprünglich sollte es ein Ost-West-Verlag werden, doch nach den ersten Biermann-Veröffentlichungen vereitelte die DDR-Führung den Plan, Bücher von ostdeutschen Autoren in dem West-Berliner Verlag zu veröffentlichen. Auch sonst hatte der linke Verleger mit vielerlei Schwierigkeiten zu kämpfen, nicht ohne Ironie sagte Wagenbach über sich selbst, er sei der "höchstbestrafte deutsche Verleger". Und sah keinen Widerspruch darin, das Bundesverdienstkreuz und hohe Ehrungen Italiens und Frankreichs erhalten zu haben. Ein streitlustiger Verleger und ein Urgestein der deutschen Verlagslandschaft. Im "hr2-Doppelkopf" sprach der umtriebige Verleger 2007 mit Conrad Lay über seine Hingabe zu Franz Kafka und den Liebesgedichten von Erich Fried, über das schwierige Geschäft mit Büchern und über die Kunst, einen Verlag als Kollektiv zu führen. Zu dieser Zeit hatte er seinen Verlag schon an seine Frau übergeben. Wir erinnern an Klaus Wagenbach mit der Wiederholung des Gesprächs aus dem Dezember des Jahres 2007.

Gastgeber: Conrad Lay

Musiktitel dieser Sendung:
Paolo Conte: Lo Zio
Ton Steine Scherben : Der Turm stürzt ein
Reservisten-Musikzug der Bundeswehr Nordbaden,
Ltg.: Hauptfeldwebel d. R. Alois Mohr: Preußens Gloria

Wiederholung eines Gesprächs von 2007.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 02.02.2022, 12:05 Uhr.