Siebzehn Jahre lang war Barbara Schneider-Kempfs Arbeitsplatz in der Staatsbibliothek zu Berlin. Seit 2004 war sie, nach Stationen an Universitätsbibliotheken in Hannover, Duisburg und Potsdam, Generaldirektorin der Staatsbibliothek. Ende dieses Monats geht sie in den Ruhestand.

Auf der Prachtallee Unter den Linden ist es das wohl stattlichste Gebäude: die Staatsbibliothek zu Berlin. Seit ihrer Gründung im Jahre 1661 hat die Einrichtung mehrfach den Namen gewechselt; kurfürstlich war sie, dann königlich, auch staatlich und immer preußisch; heute gehört sie zur mächtigen Institution "Preußischer Kulturbesitz". Das stattliche Haus mit dem berühmten Kuppel-Lesesaal im Zentrum wurde erst 1914 eröffnet; nach dem Krieg lag es in Ost-Berlin, so dass im Westen, am Potsdamer Platz, eine zweite Institution gegründet wurde. Diese beiden Häuser nach 1990 zusammenzuführen war eine Herkulesaufgabe; Barbara Schneider-Kempf erlebte noch die letzte Phase, bevor sie die Neuausrichtung der Bibliothek in Angriff nehmen und die Staatsbibliothek Unter den Linden nach umfangreicher Restaurierung im Januar dieses Jahres medienwirksam wiedereröffnen konnte.

Die Sammlung dieses Hauses umfasst nicht nur Bücher und Handschriften, darunter zahlreiche bedeutende Musikalien, sondern auch Fotografien, Zeichnungen, Karten, Globen und Zeitungen. Die meisten von ihnen kann man in einem der Lesesäle einsehen; es gibt viele Menschen, weiß die Direktorin, die die ruhige, konzentrierte Atmosphäre dieser Orte mögen, um sich einfach anregen zu lassen. Gleichwohl stellen sich über das Sammeln, Bewahren und Forschen hinaus neue Aufgaben: die Digitalisierung vieler Medien ermöglicht auch den Besuch übers Netz, außer Haus, weltweit; die Vermittlung von Aufgaben und Inhalten einer Bibliothek, die jährlich über 100.000 neue Medien ankauft, muss immer wieder auch an jüngere Leute vermittelt werden.

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 08.06.2021, 12:05 Uhr.

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