Ihr Debut "Das Muschelessen" war für Birgit Vanderbeke auch das Entree in das Leben einer Schriftstellerin. Die Erzählung über einen tyrannischen Vater, gegen den die Familie rebelliert, wurde 1990 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Die Autorin von "Alberta empfängt einen Liebhaber" - ebenfalls ein Bestseller -, der Satire "Ich will meinen Mord" oder einer "Gebrauchsanweisung für Südfrankreich" wird als eine Meisterin der Erzählung und der kurzen Form gerühmt. Ihre Spezialität waren Familiengeschichten und der Blick hinter die Fassaden von Gutbürgerlichkeit und Wohlstand.

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"Ich war von Anfang an eine lakonische Erzählerin" | Schriftstellerin Birgit Vanderbeke u. a. über ihren Schreibstil

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Birgit Vanderbeke wurde 1956 im Brandenburgischen geboren, ihre Familie zog 1961 nach Frankfurt am Main, wo sie später Jura, Germanistik und Romanistik studierte. Anfang der neunziger Jahre verlegte sie ihren Lebensmittelpunkt nach Südfrankreich. Vanderbeke erhielt viele Literaturpreise, u. a. den Kranichsteiner Literaturpreis für ihr Gesamtwerk und den Hans-Fallada-Preis. 2007 bekam sie die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Kassel.

Am Heiligabend 2021 starb die Autorin in ihrer Wahlheimat Südfrankreich. Wir erinnern an Birgit Vanderbeke mit der Wiederholung eines "hr2-Doppelkopf" aus dem Jahr 2004. Darin spricht sie mit Gastgeber Mario Scalla über ihren Schreibstil, den Stoff für ihre Erzählungen, die Familie als Zündstoff ihres literarischen Schaffens und das Leben in Frankreich.

Gastgeber: Mario Scalla

Musikinhalt dieser Sendung:
Zager & Evans: In the year 2525 (Exordium and terminus)
Marlene Dietrich: Symphonie
Edith Piaf: C'etait Une Histoire d'Amour

Weitere Informationen

Literaturhinweis:

Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen, Erzählung. Rotbuch, Berlin 1990, 10,-- €
Birgit Vanderbeke: Alle, die vor uns da waren, Roman. Piper, München/Zürich 2020, 12,-- €

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Wiederholung eines Gesprächs von 2004.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 14.02.2022, 12:05 Uhr.