Elisa Klapheck ist liberale Rabbinerin in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main, promovierte Philosophin und Professorin für Jüdische Studien in Paderborn. Als Netzwerkerin bringt sie gerne Menschen zusammen, um mit ihnen zu lernen und zu leben. In Berlin war sie Mitbegründerin der liberalen Synagoge, in Frankfurt gründete Elisabeth Klapheck den Egalitären Minja, eine Synagogengemeinschaft, in der Männer und Frauen den Gottesdienst gleichberechtigt gestalten.

Audiobeitrag

Podcast

"Gott ist nicht explizit männlich" | Rabbinerin Elisa Klapheck spricht u. a. über die jüdische Religion

Podcast Doppelkopf
Ende des Audiobeitrags

Als junge Frau und feministische Studentin der Politologie hatte sie schrittweise zur Religion gefunden. Jüdische Identität braucht ihrer Ansicht nach Geschichtsbewusstsein, Erinnerung und Freilegung der kulturellen Leistungen in der Diaspora. So können Dialoge mit der Mehrheitsgesellschaft entstehen, die deutlich machen, wie reich der Beitrag der jüdischen Communities zu Kultur und Demokratisierungsprozessen in Europa waren und was Jüdischsein bedeutet jenseits von Antisemitismus und Zionismus.

Ihr Weg der religionsgeschichtlichen Studien führte sie auch zur Entdeckung des eigenen Familien-Stammbaums, der innerhalb Deutschlands bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Sie schrieb ein Buch über die erste Rabbinerin der Welt, Regina Jonas, die 1935 in Offenbach ordiniert wurde und die für sie zum Vorbild und zur Lehrerin wurde. Die jüdische Religion wird von Elisa Klapheck als Kern der Identität, aber auch als Kraftquelle zur persönlichen und gesellschaftlichen Erneuerung gedeutet. Sie ermöglicht einen kraftvollen, weiblichen Weg hin zu Freiheit und Eigenverantwortung.

Gastgeberin: Stefanie Blumenbecker

Musiktitel dieser Sendung:
Alice Merton: No Roots
Sarah Dash: Sinner Man
Gülşen: Bangır Bangır

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 17.01.2022, 12:05 Uhr.