Erika Lützner-Lay begleitet Menschen. Schon seit Jahrzehnten. Ratsuchende Menschen, die sich in Krisen und Umbrüchen befinden. Paare, Familien, Einzelklienten. Ein Auslöser für ihr "Gewordensein", wie sie es nennt, ist ihr eigenes Trauma als Kriegskind.

Eine behütete Landkindheit im Sauerland. Obwohl Krieg herrscht. Doch mit einem Schlag wird alles anders für das Mädchen Erika. Bei einem Bombenangriff verliert sie ihre Mutter. Kurz vor Kriegsende. Dieses Trauma begreift sie heute als Initiation für ihre Entwicklung und ihren Lebensweg: Seit 35 Jahren betreibt sie eine eigene Praxis in Schwalbach am Taunus, als systemische Therapeutin, die in ihren Beratungen, Sitzungen und Fortbildungs-Seminaren tiefenpsychologische Körper-Psychotherapie einbindet, genauso wie Erkenntnisse aus der Hirnforschung.

Die Mutter, die aus der Hitler-Fahne ein Kleid für die Tochter nähte, die gefühlsverleugnende Nachkriegszeit, in der für Trauer kein Platz war. Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Erika Lützner-Lay, wie sie Erzieherin und Kita-Leiterin wurde, Ehefrau und dreifache Mutter, Studentin der Sozialpädagogik, Mitarbeiterin in einer Familien-Beratungsstelle in Bad Homburg und Dozentin an Fachhochschulen in Darmstadt und Mainz und Autorin eines Buches über "Trauma und Resilienz". Wie sie sich dann 1986 traute, sich selbstständig zu machen mit ihrer eigenen therapeutischen Praxis in Schwalbach im Taunus. Warum der Körper tiefere Wahrheiten kennt und wie diese in der therapeutischen Arbeit helfen können. Und was für ein beglückender Prozess diese lebendige, resonanzorientierte Begleitung von Menschen für sie ist.

Gastgeberin: Corinna Tertel

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 11.10.2021, 12:05 Uhr.