Wer kennt nicht seinen berühmten Song "Gehen wir Tauben vergiften im Park"? Sein Schöpfer Georg Kreisler allerdings zählte den Hit nicht zu seinen guten Liedern. Am 18. Juli wäre der Komponist, Sänger und Dichter 100 Jahre alt geworden. hr2 wiederholt aus diesem Anlass ein Doppelkopf-Gespräch aus dem Jahr 2006.

Der Altmeister des Kabaretts und Chansons wurde in Wien geboren. Dort besuchte er das Gymnasium und lernte Musiktheorie, Klavier und Geige. Nach der Machtübernahme der Nazis wurde dem aus einer jüdischen Familie stammende Kreisler das Abitur verwehrt. Knapp konnte er in die USA fliehen und nahm 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Zeit seines Lebens verwahrte er sich dagegen, als Österreicher bezeichnet zu werden.

In den USA versuchte Kreisler zunächst als Liedermacher Fuß zu fassen, unter anderem als Truppenbetreuer für die Armee, und schrieb Texte für Hollywood.
Mitte der 1950 er Jahre kehrte Kreisler nach Europa zurück, in seine Heimatstadt Wien und trat im Künstlertreff "Marietta Bar" erstmals mit deutschen Chansons auf. Schnell wurde er zum Geheimtipp der Kabarettszene. Sein Humor ist rabenschwarz, seine Texte sind scharf, die Gesellschaftskritik ohne faule Kompromisse. Viele seiner Texte und Lieder sind heute Klassiker.

Im "hr2-Doppelkopf"-Gespräch erzählt Georg Kreisler über das Wien der Nazi-Zeit, seine Zeit als ausgebildeter Verhörspezialist in der amerikanischen Armee, wo er ehemaligen Nazigrößen wie Hermann Göring und Julius Streicher begegnete, von seiner Zusammenarbeit mit Charlie Chaplin, seiner Rückkehr nach Europa und warum er eigentlich lieber fürs Theater schreibt als Kabarett zu machen.

Gastgeber: Norbert Schreiber

Wiederholung eines Gesprächs von 2006.

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 18.07.2022, 12:00 Uhr.