Am 3. Oktober 1990 trat die ehemalige DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für viele Menschen begann eine Zeit der Unsicherheit, unter ihnen auch diejenigen, die in einem der rund fünfzig Kulturorchester an Opern- und Konzerthäusern spielten. Am 4. Oktober 1990 trat der junge, musikbegeisterte Jurist Gerald Mertens seine Stelle bei der Deutschen Orchestervereinigung an. Seine Aufgabe: so viele Berufschöre und -orchester wie möglich in den neuen Bundesländern zu erhalten.

Heute ist Gerald Mertens Geschäftsführer der DOV und sieht sich und seine Institution, die "Gewerkschaft" der deutschen Orchestermusiker, einer neuen Problemlage ausgesetzt: wie wird es nach Corona weitergehen? Kommt das Publikum wieder? Drohen neue Sparrunden der öffentlichen Hand? Auch die Ensembles des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben in der letzten Zeit Federn lassen müssen. Dabei steht die einzigartige deutsche Orchesterlandschaft mit 129 Berufsorchestern und sieben Rundfunkchören auf der Liste des immateriellen Kulturerbes; dazu kommen zahlreich in der freien Szene und ohne institutionellen Hintergrund agierende tätige Ensembles, vor allem in der Alten und der Neuen Musik.

Gerald Mertens spricht im "hr2-Doppelkopf" über neue Projekte der Orchester, die alltägliche Arbeit einer Interessenvertretung im sensiblen Kulturbereich, und über die Überzeugungsarbeit, die immer wieder geleistet werden muss, um den Status quo zumindest zu erhalten.

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 15.11.2021, 12:05 Uhr.