Am 13. März 2020 starb in Tiflis der deutsch-georgische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili, dessen Biografie sich wie ein Thriller liest: 1927 in Berlin als Sohn georgischer Emigranten geboren, wurde Margwelaschwili nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit seinem Vater vom sowjetischen Geheimdienst entführt; der Vater wurde kurz darauf getötet, er selbst nach Georgien verbracht.

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Dort studierte Margwelaschwili Germanistik, entwickelte seine Philosophie der "Ontotextologie" und schrieb in den folgenden Jahrzehnten etliche Romane und Erzählungen, die alle der Zensur zum Opfer fielen. Seine Bekanntschaft mit Heinrich Böll und Wolf Biermann brachte ihm ein Reiseverbot ein, das erst 1987 gelockert wurde. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kehrte Margwelaschwili in seine Geburtsstadt zurück, sein umfangreiches, eigenwilliges und vielfach ausgezeichnetes Werk erschien zuletzt im Verbrecher Verlag. Seit 2011 lebte er wieder in Tiflis.

Im "hr2-Doppelkopf" war Margwelaschwili 2008 zu Gast und erzählte von seinem verwickelten Lebenslauf, dem Leben in Tiflis und Berlin, von der "Ontotextologie" und seinen abenteuerlichen Reisen in die Buchwelt.

Gastgeber: Thomas Plaul

Wiederholung eines Gesprächs von 2008.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 21.07.2020, 12:05 Uhr.

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