Man hat dem Theologen Gregor Schorberger eine "kämpferische Gelassenheit" attestiert. Seit den 70er Jahren setzt sich der heute 74-Jährige für die Anerkennung und Emanzipation Homosexueller ein, in der Gesellschaft und in der Katholischen Kirche.

Sein "Coming Out" hatte er im Theologiestudium. 1975 gründete er in Frankfurt am Main eine schwule WG, knapp 20 Jahre bevor der Strafparagraf 175 abgeschafft wurde. Als Krankenpfleger und als langjähriger Krankenhausseelsorger engagierte er sich besonders für AIDS-Kranke. Seit 1991 engagiert er sich für das Projekt: "Schwul und katholisch in der Gemeinde Maria Hilf" in Frankfurt. Diese "Christliche Gemeinschaft von und für Schwule, Lesben und ihre Freund*innen" ist seit 1996 vom Bistum Limburg kirchenrechtlich anerkannt. Doch ist die Diskriminierung Homosexueller in der Katholischen Kirche noch längst nicht Vergangenheit. Zuletzt hat sich Gregor Schorberger intensiv mit seinem Vater auseinandergesetzt. Im Mai 2021 hat er seine Biografie veröffentlicht, wo er in 20 biografischen Briefen dem verstorbenen Vater Stationen aus seinem bewegten Leben erzählt.

Gastgeber: Klaus Hofmeister

Musiktitel dieser Sendung:
- Celtic Woman: You Raise Me Up
- Veni creator spiritus (Gregorianischer Pfingsthymnus) / Windsbacher Knabenchor, Ltg.: Martin Lehmann, Simone Rubino (Percussion)
- Yerushalayim Shel Zahav (instr.) / German Dmitriev (Violine)
- Ignaz Pleyel: 22 Menuetto (3) / Consortium Classicum, Ltg.: Dieter Klöcker

Weitere Informationen

Buchhinweis:

Gregor Schorberger: "Gregors Briefe. Ein schwuler Seelsorger im Dialog mit seinem Vater. Autobiografie", Größenwahn Verlag 2021, Preis: 19,90 Euro

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Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 21.12.2021, 12:05 Uhr.