Hans-Georg Kaiser ist Intendant des Freiburger Barockorchesters. Aus wenig Viel machen – die Devise ähnelt der des ortsansässigen Bundesligaclubs. Tourneen, internationale Produktionen, vielbeachtete CDs, eigene Konzertreihen … Die Arbeitsweise des Orchesters ist speziell, es gibt keinen Chefdirigenten, und jeder Musiker, jede Musikerin ist Gesellschafter des Orchesters, das ihnen damit quasi selbst gehört. Mit allen Chancen und allen Risiken.

Einfach alles anders machen als die Generation vorher. Das schrieben sich junge Leute nach 1968 auf die Fahnen. Es dauerte nicht lange, bis diese Welle auch die Musik erreichte. Das gute alte Sinfonieorchester hatte zwar nicht ausgedient, aber es gab doch mehr als das klassische, romantische Repertoire: Vor allem Neue, aber auch Alte Musik, die besonders und ihrer Art gemäß gespielt werden wollte.

So gründete sich 1980 das Ensemble Modern und nur wenige Jahre später das Freiburger Barockorchester. Die jungen Musikerinnen und Musiker achteten weniger auf ihre finanzielle Absicherung; sie ließen sich von ihrer Neugier treiben. Lust auf Entdeckungen in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, der sie nun neues Leben einhauchten. Dass aus studentischen Anfängen ein weltweit gefragtes Orchester wurde, ist nicht zuletzt das Verdienst von Hans-Georg Kaiser.

Sie haben sich am Fuße des Schwarzwalds ein properes Proben- und Konzerthaus gebaut und die "Baden-Württembergische Ensemble-Akademie" gegründet, die das Orchester unterstützt. Allmählich steht im Orchester ein Generationswechsel an – werden junge Leute heute dieses Modell übernehmen? Wie werden sie es ihrerseits weiterentwickeln? Zumal die Pandemie mit massiven Konzert- und Einnahmeausfällen die Finanzierungsfrage neu stellt…

Gastgeber: Andreas Bomba

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 01.06.2021, 12:05 Uhr.

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