Herfried Münkler, emeritierter Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität, gehört zu den gefragtesten Politikberatern unserer Zeit. Dabei schreibt Münkler – abgesehen vom Migrations-Bestseller "Die neuen Deutschen" – vor allem historische Bücher.

"Der große Krieg" widmete sich 2014 dem Beginn des Ersten Weltkrieges, "Der Dreißigjährige Krieg" erinnert an, so der Untertitel, ein deutsches Trauma, das vor vierhundert Jahren seinen Anfang nahm. Hierin liegt der feine Unterschied zwischen einem Historiker und einem Politikwissenschaftler wie Münkler: er darf auf Analogien der Geschichte aufmerksam machen, Konstellationen der Vergangenheit auf Konstellationen der Gegenwart übertragen.

Der "Westfälische Friede", der 1648 die aus vielen regionalen, konfessionellen und machtpolitischen Konflikten sich zusammenballende europäische Katastrophe beendete, hielt nicht lange an. Das könnten heute diejenigen, die etwa den ebenfalls schon Jahrzehnte währenden Konflikt in der arabischen Welt beenden wollen, besser machen – wenn sie denn aus der Geschichte lernten.

Am Sonntag wird Herfried Münkler 70 Jahre alt; wir wiederholen ein "Doppelkopf"-Gespräch von 2018 mit ihm.

Gastgeber: Andreas Bomba

Musiktitel dieser Sendung:
- J. S. Bach: Zwei Sätze aus "Capriccio sopra la lontananza" / Robert Hill (Cembalo)
- W. A. Mozart: Chor der Janitscharen, aus „Entführung aus dem Serail“ / Chor und Mozart-Orchesters des Opernhauses Zürich; Ltg. Nikolaus Harnoncourt
- Heinrich Schütz: Verleih uns Frieden gnädiglich / Dresdner Kammerchor, Capella Sagittariana Dresden; Ltg. Hans-Christoph Rademann
- Paul Hindemith: Sonate für Klavier zu vier Händen, Satz 2 / Duo Grau-Schumacher

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Wiederholung eines Gesprächs von 2018.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 13.08.2021, 12:05 Uhr.

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