Hurdy Gurdy Girl heißt: Drehleier-Mädchen. So wurden junge Frauen genannt, die im 19. Jahrhundert von ihren Eltern nach Amerika geschickt wurden, um dort in Saloons und ähnlichen Etablissements vor Goldgräbern und Abenteurern zu tanzen und Geld zu verdienen.

Beim Tanzen blieb es allerdings nicht. Oft kehrten die Mädchen, die von der großen, weiten Welt geträumt hatten, an Leib und Seele gezeichnet und desillusioniert in ihre Heimat zurück. Ein Schwerpunkt dieser berüchtigten Art von Migration lag in Oberhessen, in der Region rund um Butzbach, Bad Nauheim und Ober-Mörlen.

Irene Stratenwerth, Journalistin, Autorin und Kuratorin aus Hamburg, beschäftigt sich seit langem mit solchen Auswanderer-Schicksalen. So kam sie auch auf die Spur von Louise Ludwig, die im Jahre 1863 von ihrem Vater, einem Bauern aus Langenhain-Ziegenberg an einen sogenannten Landgänger zu den genannten Zwecken "vermietet" wurde. Da im konkreten Fall die Quellenlage dürftig ist, bemüht Irene Stratenwerth ihre gleichwohl faktengestützte Fantasie, die folgenden drei Jahre dieses Mädchenschicksals in Kalifornien und British Columbia nachzuzeichnen. Daraus wird "Hurdy-Gurdy-Girl", ein historischer Roman mit erstaunlichen Parallelen zur Migration der Gegenwart

Hurdy-Gurdy-Girl in Meissener Porzellan

Gastgeber: Andreas Bomba

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Buchhinweis:

Irene Stratenwerth: "Hurdy Gurdy Girl. Eine weite Reise durch die Nacht", PalmArtPress 2020, Preis: 25,- Euro

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Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Wiederholung eines Gesprächs vom November 2020.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 08.07.2021, 12:05 Uhr.

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