Die Rolle des Mahners mag Josef Schuster nicht so gerne. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden würde lieber über das vielfältige jüdische Leben in Deutschland sprechen. Doch ein zunehmend unverfroren auftretender Antisemitismus und jüngste Gewalttaten gegen Juden machen dem gelernten Arzt und Internisten Sorgen.

Nun bietet das Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" zahlreiche Gelegenheiten, den Reichtum jüdischen Lebens ins Gespräch zu bringen. Das Datum erinnert an die erste Erwähnung von jüdischem Leben in Köln aus dem Jahr 321. Schusters Familie hat auch jahrhundertealte Wurzeln in Unterfranken. Er hofft, dass das Festjahr dazu beiträgt, dass Juden nicht länger als fremd empfunden würden. Mangelndes Wissen über eine Minderheit führe fast immer zu Vorurteilen, deshalb sind gegenseitiges Kennenlernen und Begegnungen ein wichtiger Schritt. Das Festjahr biete eine "große Chance" zu zeigen, dass das Judentum fester Bestandteil der deutschen Geschichte und der Gegenwart sei.

Gastgeber: Klaus Hofmeister

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 19.02.2021, 12:05 Uhr.

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