"Es gibt keine hessische Sprache. Es gibt im hessischen Sprachraum 485-einhalb Dialekte." Das sagte Wolf Schmidt alias Babba Hesselbach. Der aus Friedberg stammende Schauspieler musste es ja wissen. Sein Namensvetter Jürgen Schmidt differenziert es etwas feiner. Er unterscheidet im Bundesland Hessen verschiedene Sprachräume und hier wiederum Dialekte und Regiolekte.

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Auch er, der Marburger Germanistik-Professor Jürgen Schmidt, muss es wissen, denn er leitete zwanzig Jahre lang das "Forschungszentrum deutscher Sprachatlas". Das Institut kartiert den Gebrauch und die Lautung von Wörtern der deutschen Sprache; für den hessischen Raum sind diese Karten auch im Internet einsehbar.

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Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas

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Neben der reinen Bestandsaufnahme ist die historische Perspektive, die Sprachentwicklung von höchstem Interesse: wie sich zum Beispiel die sogenannte Hochsprache von den Dialekten abgrenzt, wie die Hochsprache vor gerade einmal einhundert Jahren überhaupt erst entstanden ist, welche Einflüsse Grenzen auf Sprache und Sprache auf Grenzen haben und wie sich geschriebene und gesprochene Sprache seit Jahrhunderten gegenseitig beeinflussen. Davon spricht der Dialektologe Jürgen Schmidt heute im "hr2-Doppelkopf".

Gastgeber: Andreas Bomba

Musiktitel dieser Sendung:
- Rodgau Monotones: Erbarme, die Hesse komme
- Leonard Cohen: Halleluja / Jennifer Hudson, Tory Kelly
- Joy Fleming und Ensemble: Neckarbrückenblues
- Henry Purcell: When I am Laid in Earth, aus "Dido und Aeneas" / Jessye Norman, English Chamber Orchestra; Raymond Leppard

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 23.05.2021, 12:04 Uhr.