In den literarischen Mainstream hat sie nie gepasst, die 1942 geborene und in diesem Frühjahr verstorbene Schriftstellerin und Übersetzerin Katja Behrens. Ob sie Frauenbriefe der Romantik herausgab, jüdisches Leben in Deutschland dokumentierte, einer mittelalterlichen Vagantin folgte oder im Jahr 2007 den "Roman von einem Feld" veröffentlichte – neben ihren Romanen und Erzählungen probierte sie immer wieder neue Prosaformen aus.

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So ist es nicht verwunderlich, dass Katja Behrens sich auch einen Namen machte als Autorin von einigen sehr sensibel erzählten Jugendbüchern. Sie schrieb über die Wanderung des vierzehnjährigen Moses Mendelssohn – der später Lessings Freund und Vorbild für dessen "Nathan den Weisen" wurde – von Dessau nach Berlin im Jahr 1743. Oder über den kleinen Kaspar Hauser in seinem Gefängnis und den Jungen Hathaway Jones, der sich in Flora Bell verliebte - beide haben im 19.Jahrhundert gelebt. In diesen Jugendbüchern ist eine große Sympathie für ihre - historisch verbürgten - Protagonisten zu spüren und eine ebenso große Freude am sinnlichen und bildhaften Erzählen.

2010 war Katja Behrens im "hr2-Doppel-Kopf" zu Gast und erzählte, was sie an Außenseiterfiguren wie Moses Mendelssohn oder auch der blinden und taubstummen Helen Keller faszinierte und warum sie diese außergewöhnlichen Menschen gerade Jugendlichen näherbringen wollte.

Gastgeberin: Sylvia Schwab

Musiktitel dieser Sendung:
- Klesmorim oif Simches:
1. Oifn Pripetschick
2. Papirossen
3. As der Rebbe lacht
- Duo Wajlu: Yiddish Blues

Wiederholung eines Gesprächs von 2010.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 16.07.2021, 12:05 Uhr.