Einen "Ort der Hybride" nennt die Biologin Katja Heubach ihren Arbeitsplatz und meint damit den Frankfurter Palmengarten, den sie seit 2018 leitet. 22 Hektar Fläche, über 13.000 Arten von Gewächsen, üppig-blühende Rabatten und faszinierende Gewächshäuser mit fleischfressenden Pflanzen, Orchideen oder Frühlingsblumen: All das formt einen der bedeutendsten botanischen Gärten Deutschlands, und der feiert heute seinen 150. Geburtstag.

Zum "Ort der Hybride" wird der Palmengarten dabei nicht deswegen, weil dort viele der sogenannten Hybridzüchtungen von Rosen, Kakteen, Rhododendren oder anderen Zierpflanzen wachsen (was sie durchaus tun), sondern vielmehr, weil sich im Palmengarten Naturwissenschaften, Gartenbaukunst, Architektur, Kunst, Kultur und Geschichte begegnen. Gestaltet von Heinrich Siesmayer, wurde er ab 1871 zu einem der Sehnsuchtsorte der Frankfurterinnen und Frankfurter, aus deren Reihen heraus er einstmals auch entstand, um der Pflanzensammlung des Herzogs von Nassau ein neues Zuhause zu bieten.

Seitdem fand der Palmengarten auch Eingang ins Œuvre von Schriftstellern wie Adolf Stoltze oder Martin Mosebach, er beherbergt ein Zwei-Sterne-Restaurant ebenso wie Deutschlands ältestes Freiluft-Jazzfestival, ist Ausstellungsort vieler moderner Künstler und vieles mehr.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt Katja Heubach unter anderem von der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Palmengartens, über Schmetterlinge als Geburtstagsgeschenk und wie sie als Gewässerökologin zur Chefin über Leberwurstbäume, Traubenhyazinthen und Fischschwanzpalmen wurde.

Gastgeber: Stephan Hübner

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 16.03.2021, 12:05 Uhr.

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