Margarete Mitscherlich war eine der ersten, die schon in den1970 er Jahren Psychoanalyse, Feminismus und Gesellschaftskritik zu verbinden suchte. Ihre Bücher waren wegweisend für die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und Nationalsozialismus. Die "Grand Dame der Psychoanalyse" und Mitbegründerin des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts starb vor 10 Jahren. Wir erinnern an die Frankfurter Wissenschaftlerin und Psychoanalytikerin mit der Wiederholung eines Doppelkopf-Gespräches aus dem Jahr 2005.

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"In einer guten Psychoanalyse lernt man sich selbst zu achten." | Erinnerung an die Analytikerin Margarete Mitscherlich

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Margarete Mitscherlich wurde 1917 als Tochter eines Arztes und einer Lehrerein in Dänemark geboren. Sie studierte Literatur und Medizin in München und Heidelberg und promovierte 1950 zum Dr. med. Ihre Bücher wie "Die friedfertige Frau", "Über die Mühsal der Emanzipation" oder "Die Unfähigkeit zu trauern", das sie zusammen mit ihrem Mann Alexander Mitscherlich schrieb, gelten als Meilensteine sowohl in der Auseinandersetzung mit überholten Rollenklischees als auch im Umgang mit der Schuldfrage der Nazi-Verbrechen. Im "hr2-Doppelkopf" mit Gastgeberin Ulrike Schneiberg sprach Margarete Mitscherlich über die Grundlagen der Psychoanalyse und ihre Erneuerung in Deutschland nach 1945, über die Mühsal der Emanzipation und was Beziehungen lebendig hält, über ihre Kindheit und ihre Ehe mit Alexander Mitscherlich.

Gastgeberin: Ulrike Schneiberg

Wiederholung eines Gesprächs von 2005.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 10.06.2022, 12:05 Uhr.