Marion Hulverscheidt ist Humanmedizinerin und Wissenschaftshistorikerin, lehrt unter anderem an der Universität in Kassel Neuere und Neueste Geschichte. Die gebürtige Hanauerin hat eine besondere Beziehung zu dem nordhessischen Städtchen Witzenhausen. Otto Buchinger I. hat hier genau vor 100 Jahren seine Heilfastenklinik eröffnet. Außerdem hatte von 1898 bis 1944 die ehemalige Deutsche Kolonialschule ihren Sitz in der Kleinstadt.

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Zum Artikel "Kolonialismus zu erforschen ist komplexer als man denkt" | sagt Wissenschaftshistorikerin Marion Hulverscheidt

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Heute heißt die ehemalige Kolonialschule "Deutsches Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft GmbH", abgekürzt DITSL. Die Außenstelle der Universität Kassel gilt als Zentrum des ökologischen Landbaus. Junge Menschen aus aller Welt studieren hier "Ökologische Agrarwissenschaften". Am Beispiel der ehemaligen Deutschen Kolonialschule erforscht Marion Hulverscheidt mit Studentinnen und Studenten die Folgen des deutschen Kolonialismus.

Sie kritisieren, dass es im Umfeld des Campus keine sichtbaren Zeichen gibt, keine Informationen, keine Erklärungen und keine Hinweistafeln zum Kontext der Kolonialgeschichte. Hulverscheidt macht sich stark für eine neue Form der Erinnerungskultur. Sie hat zu diesem Zweck eine Broschüre mit herausgegeben, in der es um die Herkunft des sogenannten "Hottentottenschädels" geht. Und sie ist Mitherausgeberin eines Comics zur Geschichte der Kolonialschule.

Gastgeberin: Andrea Seeger

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 15.09.2020, 12:05 Uhr.

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