"Hochdeutsch ist meine erste Fremdsprache", sagt Rainer Weisbecker. Der Frankfurter Liedermacher und Mundartdichter, Jahrgang 1953, ist mit Mundart groß geworden. Selbstverständlich wurde in der Familie ausschließlich Frankforderisch gesprochen. Aber auch die Mundart-Literatur hat ihn geprägt: schon als Kind hat er Texte des Frankfurter Dichters Friedrich Stolze gelesen und vorgelesen bekommen.

Inspiriert hat ihn auch das Radio. "Bei uns wurde wenig musiziert", sagt er, "aber immer Musik gehört". Donnerstags gab die Schlagerbörse mit Hans Verres. Er selbst hat dann aber angefangen, mit acht Jahren Akkordeon zu spielen. Dann kamen verschiedene Gitarren dazu, die Mandoline, das Banjo, sogar die Harfe hat er vor einiger Zeit für sich entdeckt.

Der studierte Diplompädagoge hat viele Jahre in der Flüchtlingsbetreuung gearbeitet, aber schon immer gemacht Musik gemacht, in verschiedenen Blues-Bands gespielt, geschrieben und komponiert. Vor 20 Jahren hat er dann gekündigt und ist ins kalte Wasser gesprungen, als freischaffender Künstler. Eine Entscheidung, die der nie bereut hat.

Manchmal textet er auch auf Hochdeutsch. "In der Mundart aber fühle ich mich wohler", sagt Rainer Weisbecker. Egal, ob in den Gedichten oder Liedtexten, ihm ist es sehr wichtig, Geschichten zu erzählen. Deshalb liebt er wohl auch die Lieder von Bill Ramsey. "Auch er erzählt Geschichten in seiner Musik, das hat mich schon als Kind fasziniert".  Ein Titel von Bill Ramsey gehört deshalb auch klar zu seinen Musikwünschen: "Heute ist Maskenball bei Scotland Yard".

Gastgeberin: Christiane Hillebrand

Musiktitel dieser Sendung:
- Rainer Weisbecker: Die Buberolzern aus de Unnergass
- Bill Ramsey: Heute ist Maskenball bei Scotland Yard
- The Beatles: Penny Lane
- Rainer Weisbecker: Mei Gitte, die Blues, Tequila und ich
- John Prine: Far From Me

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 23.08.2021, 12:05 Uhr.

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