Für Roland Borgards gibt es "keinen tierfreien Text". Und deshalb begibt er sich schon seit Jahren auf die Spur der Tiere in der Literatur: vom Gestiefelten Kater bis zum Kater Murr, von der Nachtigall bis zum Floh. In seiner Eigenschaft als Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Frankfurter Goethe-Universität verhilft er dabei sogar manch gestandenem Biologen zu einem neuen Blick auf die Tierwelt – zumal Roland Borgards die klassischen akademischen Fächergrenzen ohnehin als diskutabel und reformwürdig erlebt.

Sein eigenes Forschungsgebiet empfindet er mit dem Begriff "Cultural and Literary Animal Studies" passend beschrieben. Auf fächerübergreifenden Wegen sucht Borgards hier nach einer "neuen Sensibilität", die zu einem nachhaltigen und verantwortlichen Umgang mit der Natur führt. Dabei landet er immer wieder im Zeitalter der Romantik – verbunden etwa mit den großen hessischen Namen Karoline von Günderrode und Clemens Brentano. Damals, im 18. und 19. Jahrhundert, entstanden etwa die ersten Gedanken an Umwelt- und Naturschutz.

Im "hr2-Doppelkopf" erzählt der bekennende Jazz-Fan und Freizeit-Saxofonist Roland Borgards von seiner Faszination für "Nachtigallen-Forschung", davon, warum wir Tiere so gern und unbedarft vermenschlichen und warum uns speziell die romantische Literatur als Wegweiser hin zu einem rücksichtsvollen Umgang mit der Natur dienen kann. Und er erzählt, warum Improvisation für ihn zu einem Grundprinzip seines Lebens wurde – dessen Wert er auch liebend gern seinen Frankfurter Studierenden vermittelt.

Gastgeber: Stephan Hübner

Hier finden Sie den "Doppelkopf" als Podcast.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 04.11.2021, 12:05 Uhr.