Rolf Hochhuth war einer der wichtigsten deutschen Theaterautoren und bekannt für seine Streitlust. Seine Stücke lösten gesellschaftliche Debatten aus und beeinflussten politische Prozesse. Im Mai starb der Dramatiker im Alter von 89 Jahren.

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Der Schriftsteller Siegfried Lenz schrieb einst über Rolf Hochhuth: "Ich weiß keinen anderen schreibenden Kollegen, der durch seine Arbeit so viel bewegt und im Bewusstsein so viel verändert hat wie Rolf Hochhuth." In seinem Stück "Der Stellvertreter" thematisierte der Dramatiker das frühe Wissen Pius XII. um den Holocaust, ein Stück, das den Weltruhm Hochhuths begründet hat und in der Öffentlichkeit heftig diskutiert und kritisiert wurde. Mit seinem Stück "Juristen" und dem Roman "Eine Liebe in Deutschland" bewirkte der Autor eine Debatte um Richterurteile im Nazi-Reich. Ministerpräsident Filbinger trat zurück. Der Philosoph Karl Jaspers schrieb über ihn: "Ich finde Hochhuths Fragestellung, seinen unerschütterlichen Glauben an das Moralische einfach großartig". Hochhuth sah in der Bewältigung deutscher Nazi-Vergangenheit die Triebfeder für sein Schaffen.

Im März 2006 war Rolf Hochhuth, der in Eschwege in Hessen geboren wurde, kurz vor seinem 75. Geburtstag im "hr2-Doppelkopf" zu Gast. Wir wiederholen dieses - jetzt historische - Gespräch, in dem er Auskunft über sein Leben als Literat und Dramatiker gab, und sich auch über das Theaterleben in Deutschland äußerte.

Gastgeber: Norbert Schreiber

Musiktitel dieser Sendung:
- Ouvertüre aus "Der fliegende Holländer" (Wagner)
- Ouvertüre op 21 aus "Ein Sommernachtstraum" (Mendelssohn-Batholdy)
- Adagio aus Konzert Nr. 1 für Violine und Orchester in G minor, op 26 (Bruch)

Wiederholung eines Gespräch von 2006.

Sendung: hr2-kultur, "Doppelkopf", 17.08.2020, 12:05 Uhr.

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